Samstag, 14. Juni 2008

Gedanken Ödland

ausgetrocknet, unfruchtbar
gedankengänge führen gewunden
ins nichts
aufgewirbelter neuronenstaub
ohne zusammenhang
wirbelt in ungeordneten
bahnen
nicht sinnfindend
ödland
ohne gestaltende fruchtbarkeit

öde
gedankenverloren


Freitag, 13. Juni 2008

Schönste Sache der Welt

Fussball ist schön, ach wunderschön.
Menschen die feiern, Menschen die hoffen,
die bunt bemalt und manchmal besoffen.
Ach ist das schön, diese Bilder zu seh´n.
*
Fussball ist schön auf dem grünen Rasen
von weissen Linien markiert, zwei Tore am Ende,
die Gesichter der Spieler –entschlossen – sprechen Bände;
ein Ball im Spielfeld hinter dem alle rasen.
Ach Fussball ist schön –
vom Sessel beseh´n.
*
Kommentare am Anfang – man hat schon gewonnen.
Der Gegner ein Klacks, das Ergebnis zu Null.
Nach 90 Minuten hat man die Nase „full“.
Elf Kicker, für die die Hoffnung zerronnen.
Die Stimmung ist auf den Tiefpunkt gesackt.
Ach, Fussball ist irgendwie doch beknackt!


Donnerstag, 12. Juni 2008

Ein Wimpernschlag des Glücks

Ein Hotel der Luxusklasse,
jenes, das die Reisekasse
beim Betreten bereits schröpft.
Pagen, hochmut-zugeknöpft,
ein Portier mit wachem Blick
leitet alles mit Geschick.
Gepäck versorgt und registriert,
steht er am Fahrstuhl, leicht geniert.
Gibt vor, dass er sich langeweile
und somit auch nicht sehr in Eile,
betrachtet seiner Schuhe Spitzen
und hört gebannt den Fahrstuhl flitzen.
Der stoppt, ganz ohne Rucken fast,
es öffnet sich der Spiegelpalast.
Und vor ihm steht, zum Greifen nah,
die Traumfrau, jener Fernsehstar,
für den er schon so manche Nacht
am Bildschirm lüstern zu gebracht.
Verdutzt verhält er seinen Schritt.
Soll er bleiben, soll er mit?
Ein Wimpernschlag, oh, kurzes Glück,
er zögert, dann bleibt er zurück.
Doch prügeln könnt er sich dafür,
ein Lächeln schliesst die Fahrstuhltür.

Dienstag, 10. Juni 2008

Über das Lernen

Instinkt – Erbe der Auslese
drängender Artenerhaltung
gnadenlosen Lebenskampfes.
Jahrmillionen gespeicherter Erfahrung
genetischer Prägungsmuster,
gezielt auf Vervielfachung,
das eigene Zutun ignorierend,
Massenware ohne Individualität.
Doch mit dem Hauch des Geistes:
schlummernd – nicht ersetzt –
kognitive Ergänzung, erlernt durch
das Individuum:
begriffen,
eigenhändig und dem Verstand
zugeführt – verstanden.
Gelernte Erfahrung, Auswahl von Handlungen
in den eigenen Willen gelegt.
Lernen für SICH, Aufstieg ins Undenkbare,
lernen als Leben, Überleben, Erleben zugleich.
Lernen heisst der Weisheit entgegenstreben.
Doch Weisheit ist Vorrecht des Alters.
Weisheit ist Ende des Lernens,
letzte Stufe endgültiger Individualität.

Sonntag, 8. Juni 2008

Der Ritter ist wieder da

Aus Iffezheim ist er zurück,
wo er sein Pferd trainiert,
dass er im Weltturnier mehr Glück
und sich nicht so blamiert.
Der Weisse Ritter ist empört,
was zwischendurch geschah
und was aus Deutschland er gehört
als er auf Reisen war.
Die Heller, mühsam angespart,
die sind verspekuliert
vom Banker, dem vertraut er hat,
der hat ihn ruiniert.
In seiner Burg, da fand er dann
ein Hörrohr installiert,
dass irgendwer auch mithör`n kann,
was er denn so parliert.
Und auch sein Wald, sein ganzer Stolz,
der wurde umgehauen,
zum Heizen hat er nun kein Holz,
zum Energiepreis kein Vertrauen.
Den Landesherrn, so geht die Mähr,
den will man wohl ersetzen
und nichts ist mehr wie früher mehr,
er sieht es mit Entsetzen.
In Oesterreich und in der Schweiz
ist ein Turnier gestartet –
liegt ´s an der Geilheit von dem Geiz –
kein Pferd – und alles nur „mit Fuss“
fürwahr, das ist entartet.
„Wo ist der Feind, der Schwarze Ritter?“
seufzt unser Held, enttäuscht und bitter.
Seelenwanderung

seltsames umherirren
gestaltlos, stofflos, gefühllos
suchen im nichts
der unwelt
geboren aus ohne-raum, ohne-zeit
der quantenphysik entschlüpft
schweben ohne zu schweben
sein im nichtsein
suchend im unwissen
ungewissheit in der gewissheit
seele,
die allem und nichts entgegenstrebt
wo bist du zu hause?

Freitag, 6. Juni 2008

Vergebens

Der Wind verweht mir leise Musik,
sie klingt vom See herüber,
und ich erkenn mein Lieblingsstück:
„leise flehen meine Lieder“.
Und ich lausche in die Nacht,
bald verhalt ich meinen Schritt,
weil das Lied mich traurig macht,
summe ich es mit.
Hab der Liebe nicht vergessen,
die ich dir einst dargebracht,
bist das Liebste mir gewesen,
doch du hast mich nur verlacht.
Und nun steh ich an der Stelle,
wo du schmerzlich mich verletzt,
wieder hör ich deine helle
Stimme gerade so als wär` es jetzt.
Doch das Lied ist nun verklungen,
setze meinen Weg nun fort,
denn auch ich hab ausgesungen
und enteile diesem Ort.
Niemals flehen meine Lieder
wieder zu dir hin,
wird die Liebe nicht erwidert,
bleibet dies doch ohne Sinn!