Schützenvogel
Stolzer Aar im Kugelfang:
um die Zukunft ist mir bang.
Trägst mit Stolz die Herrscherzeichen,
blickst herab und ohnegleichen
strahlt dein bunt bemalt Gefieder.
Schützen grölen munter Lieder,
stehen an, dich zu zerschiessen,
jeden Treffer sie geniessen.
Zäh leistest du Widerstand,
doch verlierst du allerhand
von dem Schmuck und der Gestalt,
nach und nach so, wenn es knallt!
Apfel, Krone, Zepter fehlen,
Schwingen wird man auch dir stehlen
und dein kümmerlicher Rest
macht es spannend, dieses Fest.
Lange wird er nicht mehr trotzen,
fällt auch der, dann wird er protzen
als der König aller Schützen.
Dir jedoch wird ´s wenig nützen,
denn zerlegt in viele Teile,
macht man dich bestimmt nicht heile.
So ein Aar im Kugelfang
lebt nun einmal nicht sehr lang`.
Mittwoch, 9. Juli 2008
Vergangenheit
Geschehnis, der Erinnerung preisgegeben,
Erlebtes – doch nicht wirklich Leben;
Gedankenablauf, zeitlich Würfelspiel
ein Pseudo-Leben endlos ohne Ziel,
nicht rückhol – oder steuerbar,
geschehen, doch schon nicht mehr wahr,
holt sie dich trotzdem manchmal ein,
war einst ein Teil von dir und will es wieder sein.
Erfüllt vom Wunsch, dass Manches wiederkehre,
greifst du hinein in jene fürchterliche LEERE.
Geschehnis, der Erinnerung preisgegeben,
Erlebtes – doch nicht wirklich Leben;
Gedankenablauf, zeitlich Würfelspiel
ein Pseudo-Leben endlos ohne Ziel,
nicht rückhol – oder steuerbar,
geschehen, doch schon nicht mehr wahr,
holt sie dich trotzdem manchmal ein,
war einst ein Teil von dir und will es wieder sein.
Erfüllt vom Wunsch, dass Manches wiederkehre,
greifst du hinein in jene fürchterliche LEERE.
Dienstag, 8. Juli 2008
jugend
füllenfröhlicher übermut
kommt in heiterem gewande
kleinkümmernisse leugnender
unbkümmertheit daher;
urteilschnell streichelt oberflächlichkeit
vorsichtig verdrängte ängste,
nassforscher zukunftsoptimismus
lächelnder jugendhaftigkeit verteibt
fruchtsames gebaren,
endet doch gegenwart unerbittlich,
führt ins gefürchtete älterwerden:
„verweile!“ bleibt wunschgespinst
kommt in heiterem gewande
kleinkümmernisse leugnender
unbkümmertheit daher;
urteilschnell streichelt oberflächlichkeit
vorsichtig verdrängte ängste,
nassforscher zukunftsoptimismus
lächelnder jugendhaftigkeit verteibt
fruchtsames gebaren,
endet doch gegenwart unerbittlich,
führt ins gefürchtete älterwerden:
„verweile!“ bleibt wunschgespinst
Montag, 7. Juli 2008
Sonnenaufgang
Ein heller Streif erscheint am Horizont,
noch blasses Nachtgestirn am Himmel thront,
doch schon vernehmlich klinget erster Vogelsang
und weckt, was schläfrig ist, mit seinem Klang.
Gemächlich schiebt der Phoebus seine Wolkendecke fort
und blinzelt übern Erdenrand aus dem verborg´nen Ort.
Scheint aus den Tiefen einer Traumwelt aufzutauchen,
schiebt sich fast qualvoll hoch, ein vorsichtiges Krauchen,
Milliarden Jahre altes Ritual, erhaben, feierlich
und scheinbar aus dem Nichts erhebt er sich,
der lebenspendende Feuerball, ihre einzigartige Majestät,
die ihren roten Mantel nun mehr ausgebreitet legt
hoch übern Erdenrand, den ihre Majestät ersteigt
und in vollendet runder Form den Irdischen sich zeigt.
Mit milchig fahlem Licht jedwede Dunkelheit erhellt,
ein ewig gleicher Ablauf seit Beginn der Welt.
Die Sonne scheint den Tag wohl wach zu küssen:
ein Morgengruss – so legt Euch denn zu ihren Füssen!
Ein heller Streif erscheint am Horizont,
noch blasses Nachtgestirn am Himmel thront,
doch schon vernehmlich klinget erster Vogelsang
und weckt, was schläfrig ist, mit seinem Klang.
Gemächlich schiebt der Phoebus seine Wolkendecke fort
und blinzelt übern Erdenrand aus dem verborg´nen Ort.
Scheint aus den Tiefen einer Traumwelt aufzutauchen,
schiebt sich fast qualvoll hoch, ein vorsichtiges Krauchen,
Milliarden Jahre altes Ritual, erhaben, feierlich
und scheinbar aus dem Nichts erhebt er sich,
der lebenspendende Feuerball, ihre einzigartige Majestät,
die ihren roten Mantel nun mehr ausgebreitet legt
hoch übern Erdenrand, den ihre Majestät ersteigt
und in vollendet runder Form den Irdischen sich zeigt.
Mit milchig fahlem Licht jedwede Dunkelheit erhellt,
ein ewig gleicher Ablauf seit Beginn der Welt.
Die Sonne scheint den Tag wohl wach zu küssen:
ein Morgengruss – so legt Euch denn zu ihren Füssen!
Donnerstag, 3. Juli 2008
Mittwoch, 2. Juli 2008
Benzinpreise
Gott wollte den Menschen eine Freude machen und den goldenen Sonnenschein im Metall
für alle Zeiten auf der Erde glänzen lassen, also erschuf er das Gold. In seiner Euphorie etwas Gutes zu tun, hatte er jedoch übersehen – oder in seiner grossen Güte nicht damit gerechnet –
dass die Menschen gierig nach Besitz strebten, um Mitmenschen zu beherrschen, zu unterdrücken und gegebenenfalls zu versklaven. Sie setzten den Besitz des Goldes mit Macht und Einfluss gleich von denen sie nicht genug bekommen konnten.
Da wurde Gott traurig, und entgegen seiner Gewohnheit beriet er sich mit dem Teufel, was wohl gegen die Goldgier zu tun sei. Der Teufel tanzte vor Freude und biss sich aus lauter Übermut in seinen Schwanz. „ Lass mich das machen,“ sagte er listig, „ich werde Gold herstellen das schwarz wie die Hölle ist, stinkt, dass es keiner riechen mag und soviel davon herstellen, damit es teilweise aus der Erde quillt. Gott war einverstanden. Der Teufel jedoch ist auch als fauler Sack bekannt. Mitten in seiner Arbeit liess er alles liegen, sodass seine Substanz teilweise nur als Steine, der grosse Rest jedoch flüssig blieb. Dann verdrückte sich das Aas, weil er den Zorn Gottes fürchtete.
Doch in einem hatte der Teufel Recht: über Jahrtausende rührte kein Mensch dieses „schwarze Gold“ an, weil es ihnen nur in ganz, ganz geringem Masse von Nutzen schien.
Aber man sollte teuflische Pläne nicht unterschätzen, das hatte schon die älteste und mächtigste Organisation dieser Welt, die Kirche, frühzeitig erkannt. Nur hatte auch sie die Magie des „schwarzen Goldes“ unterschätzt. So kam, was kommen musste, die Saat des Teufels ging auf und in der Neuzeit verlangte alle Welt nach dem flüssigem Gold, dem Erdöl.
Man zettelte Kriege an, zerstörte Lebensräume, verseuchte Wasser und verdreckte die Luft.
Es kam hinzu, dass der Teufel seine Exkremente – denn um diese handelte es sich – sehr ungleichmässig in die Welt geschissen hatte. Entweder dahin, wo sie nur unter schwierigsten Bedingungen zu fördern waren oder dorthin wo wenige faule Menschen mit riesigem unrechtmässigem Besitz sich ausruhten und andere die Sklavenarbeit machen liessen, wobei ihnen die göttliche Gabe des echten Goldes nur so zufloss. Angelockt von soviel Reichtum erboten andere diesen ohne Arbeit und Risiko zu verwalten und zu verteilen. Kein Wunder also, dass sich die Preise ins Astronomische entwickelten und wir alle dieser Gier und Machthungrigkeit einiger Weniger ausgeliefert sind.
Die Armen der Welt trifft dies mit voller Härte. Auch mich berührter dieser teuflische Pferdefuss-Tritt, wenn auch derzeit nur beim Tanken. Es ist so, als wollte Belzebub mich ermahnen: „ He, Menschlein, wozu hat dir dein Schöpfer zwei Beine mitgegeben, nutze sie.“
Der hat gut reden, dieser Tunichtgut, verpfeift sich auf seiner stinkigen Schwefelwolke in die warme Hölle und gut ist es!
Ich hingegen bin das Lamentieren um die Benzinpreise leid. Nicht weil ich alles so toll finde, nein, weil ich nichts ändern kann. Nur die Diskussion darüber kann ich beenden.
Mitten im Kreis disputierender Freunde fragte man mich: “was tankst du?“ Wasser, schlicht destilliertes Wasser.... und wollte in den Erläuterungen fortfahren, als man mich wütend unterbrach und mir zu verstehen gab, dass eine ernsthafte Erörterung mit mir nicht möglich sei, das Diskussionsforum löste sich darauf hin auf.
Ähnliche Verblüffung erfuhr ich beim Tanken an meiner Stammtankstelle. Offenbar wollte man mir behilflich sein und durch Service wenigstens die unverschämten Preise etwas kaschieren. „Was tanken Sie?“ fragte man mich. Ich stieg aus, öffnete die Motorhaube, nahm wortlos eine mit Wasser gefüllte Kanne und goss deren Inhalt bis zum letzten Tropfen in den Behälter der Scheibenwaschanlage. „Wasser“, sagte ich dabei sehr unfreundlich. Der Tankwart war verblüfft und drehte ab. Ich stieg in mein Auto, froh über meinen Coup. Dann fuhr ich gutgelaunt davon. Nichts ist von Dauer, selbst gute Laune nicht. Nach ca. 20 km stand ich mit dem Reservekanister am Strassenrand und wartete auf eine gutmütige Seele. Es kamen aber nur Leute, die irgendwie teuflisch lächelten und vorbei fuhren. Zum Teufel auch….
Gott wollte den Menschen eine Freude machen und den goldenen Sonnenschein im Metall
für alle Zeiten auf der Erde glänzen lassen, also erschuf er das Gold. In seiner Euphorie etwas Gutes zu tun, hatte er jedoch übersehen – oder in seiner grossen Güte nicht damit gerechnet –
dass die Menschen gierig nach Besitz strebten, um Mitmenschen zu beherrschen, zu unterdrücken und gegebenenfalls zu versklaven. Sie setzten den Besitz des Goldes mit Macht und Einfluss gleich von denen sie nicht genug bekommen konnten.
Da wurde Gott traurig, und entgegen seiner Gewohnheit beriet er sich mit dem Teufel, was wohl gegen die Goldgier zu tun sei. Der Teufel tanzte vor Freude und biss sich aus lauter Übermut in seinen Schwanz. „ Lass mich das machen,“ sagte er listig, „ich werde Gold herstellen das schwarz wie die Hölle ist, stinkt, dass es keiner riechen mag und soviel davon herstellen, damit es teilweise aus der Erde quillt. Gott war einverstanden. Der Teufel jedoch ist auch als fauler Sack bekannt. Mitten in seiner Arbeit liess er alles liegen, sodass seine Substanz teilweise nur als Steine, der grosse Rest jedoch flüssig blieb. Dann verdrückte sich das Aas, weil er den Zorn Gottes fürchtete.
Doch in einem hatte der Teufel Recht: über Jahrtausende rührte kein Mensch dieses „schwarze Gold“ an, weil es ihnen nur in ganz, ganz geringem Masse von Nutzen schien.
Aber man sollte teuflische Pläne nicht unterschätzen, das hatte schon die älteste und mächtigste Organisation dieser Welt, die Kirche, frühzeitig erkannt. Nur hatte auch sie die Magie des „schwarzen Goldes“ unterschätzt. So kam, was kommen musste, die Saat des Teufels ging auf und in der Neuzeit verlangte alle Welt nach dem flüssigem Gold, dem Erdöl.
Man zettelte Kriege an, zerstörte Lebensräume, verseuchte Wasser und verdreckte die Luft.
Es kam hinzu, dass der Teufel seine Exkremente – denn um diese handelte es sich – sehr ungleichmässig in die Welt geschissen hatte. Entweder dahin, wo sie nur unter schwierigsten Bedingungen zu fördern waren oder dorthin wo wenige faule Menschen mit riesigem unrechtmässigem Besitz sich ausruhten und andere die Sklavenarbeit machen liessen, wobei ihnen die göttliche Gabe des echten Goldes nur so zufloss. Angelockt von soviel Reichtum erboten andere diesen ohne Arbeit und Risiko zu verwalten und zu verteilen. Kein Wunder also, dass sich die Preise ins Astronomische entwickelten und wir alle dieser Gier und Machthungrigkeit einiger Weniger ausgeliefert sind.
Die Armen der Welt trifft dies mit voller Härte. Auch mich berührter dieser teuflische Pferdefuss-Tritt, wenn auch derzeit nur beim Tanken. Es ist so, als wollte Belzebub mich ermahnen: „ He, Menschlein, wozu hat dir dein Schöpfer zwei Beine mitgegeben, nutze sie.“
Der hat gut reden, dieser Tunichtgut, verpfeift sich auf seiner stinkigen Schwefelwolke in die warme Hölle und gut ist es!
Ich hingegen bin das Lamentieren um die Benzinpreise leid. Nicht weil ich alles so toll finde, nein, weil ich nichts ändern kann. Nur die Diskussion darüber kann ich beenden.
Mitten im Kreis disputierender Freunde fragte man mich: “was tankst du?“ Wasser, schlicht destilliertes Wasser.... und wollte in den Erläuterungen fortfahren, als man mich wütend unterbrach und mir zu verstehen gab, dass eine ernsthafte Erörterung mit mir nicht möglich sei, das Diskussionsforum löste sich darauf hin auf.
Ähnliche Verblüffung erfuhr ich beim Tanken an meiner Stammtankstelle. Offenbar wollte man mir behilflich sein und durch Service wenigstens die unverschämten Preise etwas kaschieren. „Was tanken Sie?“ fragte man mich. Ich stieg aus, öffnete die Motorhaube, nahm wortlos eine mit Wasser gefüllte Kanne und goss deren Inhalt bis zum letzten Tropfen in den Behälter der Scheibenwaschanlage. „Wasser“, sagte ich dabei sehr unfreundlich. Der Tankwart war verblüfft und drehte ab. Ich stieg in mein Auto, froh über meinen Coup. Dann fuhr ich gutgelaunt davon. Nichts ist von Dauer, selbst gute Laune nicht. Nach ca. 20 km stand ich mit dem Reservekanister am Strassenrand und wartete auf eine gutmütige Seele. Es kamen aber nur Leute, die irgendwie teuflisch lächelten und vorbei fuhren. Zum Teufel auch….
Dienstag, 1. Juli 2008
Alles halb so schlimm
Steigt der Blutdruck oder sackt,
wenn es dir im Rücken zwackt,
die Puste nur ein milder Hauch
der Blick versperrt dir durch den Bauch,
im Knie dir die Artrose wütet,
dein Haar dich nur bedingt behütet,
im Ohr der Tinnitus dir rauscht,
du deinem Herzschrittmacher lauscht,
die Augen schwach und schwach die Blase,
verschnupft ist ständig deine Nase,
die Manneskraft erloschen ist
und du dabei noch fröhlich bist,
weil irgendwer die Niere spendet,
die dir zur Kur dann nachgesendet
und fühlst dich trotzdem elendig,
dann weißt du noch du bist lebendig.
Du freust dich, dass bei den Gebrechen
dir einmal selbst gabst das Versprechen:
„So lang ich lebe, sterb ich nicht
und aussserdem fehlt mir die Gicht!“
Der Mensch ist zäh wie Nilpferdleder,
wird er erst alt – erfährt es jeder!
Steigt der Blutdruck oder sackt,
wenn es dir im Rücken zwackt,
die Puste nur ein milder Hauch
der Blick versperrt dir durch den Bauch,
im Knie dir die Artrose wütet,
dein Haar dich nur bedingt behütet,
im Ohr der Tinnitus dir rauscht,
du deinem Herzschrittmacher lauscht,
die Augen schwach und schwach die Blase,
verschnupft ist ständig deine Nase,
die Manneskraft erloschen ist
und du dabei noch fröhlich bist,
weil irgendwer die Niere spendet,
die dir zur Kur dann nachgesendet
und fühlst dich trotzdem elendig,
dann weißt du noch du bist lebendig.
Du freust dich, dass bei den Gebrechen
dir einmal selbst gabst das Versprechen:
„So lang ich lebe, sterb ich nicht
und aussserdem fehlt mir die Gicht!“
Der Mensch ist zäh wie Nilpferdleder,
wird er erst alt – erfährt es jeder!
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