Hühnerhaufen
Der Mensch verhält sich wie ein Huhn:
zunächst den ganzen Tag nichts tun,
dann produziert man mal ein Ei
und legt sich hin zur Brüterei.
Manchmal hat dann so ein Schalk
das Ei ersetzt durch eins aus Kalk.
Bevor ´s das dumme Huhn begreift,
das Küken dann im Brutschrank reift.
So stolz der Hahn, der auf dem Mist
lauthals kräht, wie toll er ist.
Doch dringt ein Marder in den Stall,
dann wird es blutig überall,
weil weder Hahn noch Huhn versteht
das Wort der Solidarität.
Gemeinsam könnten sie sich wehren,
kein Marder könnt´ die Brut verheeren.
Doch wie der Mensch, so auch das Huhn
es schaut nur zu, ohn` was zu tun.
Die Menschen sind wie Hühnerhaufen:
Hauptsache fressen, Hauptsache saufen
und alles nur zum Eigennutz.
So gehen sie unter: ratzeputz!
Mittwoch, 8. Oktober 2008
Dienstag, 7. Oktober 2008
DU und ICH
Dein DU umarmt mein ICH
dein Warm schmiegt sich an mein Kalt
dein DU pocht und pocht
mein ICH verschließt sich
dein Du bricht sich bahn
mein ICH erschrickt
dein Du nimmt Platz
mein ICH entflieht
dein DU setzt mir nach
mein ICH und dein DU
erstmals gemeinsam
sie laufen
laufen
und laufen
davon oder wohin?
Dein DU umarmt mein ICH
dein Warm schmiegt sich an mein Kalt
dein DU pocht und pocht
mein ICH verschließt sich
dein Du bricht sich bahn
mein ICH erschrickt
dein Du nimmt Platz
mein ICH entflieht
dein DU setzt mir nach
mein ICH und dein DU
erstmals gemeinsam
sie laufen
laufen
und laufen
davon oder wohin?
Montag, 6. Oktober 2008
Zwei Seiten
Buntes Laub und schelmisch blinkende Sonne,
Kastanien fallen prasselt jetzt zur Erde nieder:
emsig sammeln Kinderhände, Jubelschreie immer wieder.
Die Ernte eingefahren, alles glänzt vor eitel Wonne.
*
Nieselregen glitscht die faul´gen Blätter,
Modergeruch verbreitet sich in Feld und Wald.
Gruselnebel steigen auf, ein ungemütlich Wetter
treibt Mensch und Tier in die Behausung bald.
*
Der Herbst ist Übergang, ist Zeitenwende
und wie des Menschen Kräfte ihn verlassen,
so wird auch nach und nach das Jahr verblassen.
Die schönen Stunden heißt es auszuschöpfen bis ans Ende.
Buntes Laub und schelmisch blinkende Sonne,
Kastanien fallen prasselt jetzt zur Erde nieder:
emsig sammeln Kinderhände, Jubelschreie immer wieder.
Die Ernte eingefahren, alles glänzt vor eitel Wonne.
*
Nieselregen glitscht die faul´gen Blätter,
Modergeruch verbreitet sich in Feld und Wald.
Gruselnebel steigen auf, ein ungemütlich Wetter
treibt Mensch und Tier in die Behausung bald.
*
Der Herbst ist Übergang, ist Zeitenwende
und wie des Menschen Kräfte ihn verlassen,
so wird auch nach und nach das Jahr verblassen.
Die schönen Stunden heißt es auszuschöpfen bis ans Ende.
Samstag, 4. Oktober 2008
Unsterblichkeit
Friedrich Schiller, Dichter Ikone, erhielt kürzlich einen Gebührenbescheid der GEZ, zugestellt an die Universität Jena. Schiller zahlte nicht und erhielt folgerichtig eine Mahnung.
Mich hat das aus zwei Gründen nicht gewundert – ich meine, dass er nicht zahlte,
denn erstens ist er meines verkümmerten Halbwissens nach schon etwas länger tot
und zweitens wurde er ohne Kopf beerdigt. Ein Umstand, der es einem Toten zusätzlich erschwert, Radio zu hören. Wenn er dennoch einen Gebührenbescheid erhielt, muss das wohl mit einem Kollateralschaden der PISA-Umgebung zu tun haben. Verwundern darf einen dies wirklich nicht.
Dennoch bei dem Wort „Wundern“ kommt mir in den Sinn, dass ja auch Elvis noch unter den Lebenden weilen soll. Ist es jene Unsterblichkeit, die sich über die großen Künstler, Musiker und Dichter legt, von der Unvergänglichkeit angehaucht dem Irdischen auf Ewigkeit verbunden, kurzum Auserwählte, die den Menschheitstraum der Unsterblichkeit erleben dürfen?
Kann es passieren, dass ich eines Tages beim Schaufensterbummel ganz jovial mit :“Hi, Amadeus,“ grüße oder auf dem Parkplatz in Soest Grimmelshausen mit ein paar Euro aushelfen muss? Was ist, wenn ich bei einer Lesung von „Kollege“ Goethe harte Kritik einstecken muss?
Ich höre schon, wie Ihr, meine Freunde, tuschelt: „nur weil er nicht in die Grube fahren will, hat er das Schreiben angefangen. Der glaubt in seiner Überheblichkeit unsterblich zu werden!“
Denkt doch so etwas nicht von mir! Es gibt dazu keinen Anlass. Hat sich doch herausgestellt, dass der Gebührenbescheid an Schiller einem Irrtum entsprungen ist. Dem Mitarbeiter der GEZ war zufällig das Reclamheft mit dem Theaterstück „Die Räuber“ eines gewissen F. Schiller in die Hände gefallen. Den Titel „Die Räuber“ hielt er für ein hochaktuelles Bubenstück, glaubte er doch, es drehe sich um Ölmultis oder Investmentbanker!
Der „Mohr“ tat also nur seine Schuldigkeit.
(Um Protesten vorzubeugen: „Mohr“ hat hier nicht die politisch inkorrekte Bedeutung von Schwarz-Afrikaner, es handelt sich um einen Namen)
Und ich bin nicht die Schillernde Persönlichkeit, für die Ihr mich haltet, ganz und gar nicht.
Friedrich Schiller, Dichter Ikone, erhielt kürzlich einen Gebührenbescheid der GEZ, zugestellt an die Universität Jena. Schiller zahlte nicht und erhielt folgerichtig eine Mahnung.
Mich hat das aus zwei Gründen nicht gewundert – ich meine, dass er nicht zahlte,
denn erstens ist er meines verkümmerten Halbwissens nach schon etwas länger tot
und zweitens wurde er ohne Kopf beerdigt. Ein Umstand, der es einem Toten zusätzlich erschwert, Radio zu hören. Wenn er dennoch einen Gebührenbescheid erhielt, muss das wohl mit einem Kollateralschaden der PISA-Umgebung zu tun haben. Verwundern darf einen dies wirklich nicht.
Dennoch bei dem Wort „Wundern“ kommt mir in den Sinn, dass ja auch Elvis noch unter den Lebenden weilen soll. Ist es jene Unsterblichkeit, die sich über die großen Künstler, Musiker und Dichter legt, von der Unvergänglichkeit angehaucht dem Irdischen auf Ewigkeit verbunden, kurzum Auserwählte, die den Menschheitstraum der Unsterblichkeit erleben dürfen?
Kann es passieren, dass ich eines Tages beim Schaufensterbummel ganz jovial mit :“Hi, Amadeus,“ grüße oder auf dem Parkplatz in Soest Grimmelshausen mit ein paar Euro aushelfen muss? Was ist, wenn ich bei einer Lesung von „Kollege“ Goethe harte Kritik einstecken muss?
Ich höre schon, wie Ihr, meine Freunde, tuschelt: „nur weil er nicht in die Grube fahren will, hat er das Schreiben angefangen. Der glaubt in seiner Überheblichkeit unsterblich zu werden!“
Denkt doch so etwas nicht von mir! Es gibt dazu keinen Anlass. Hat sich doch herausgestellt, dass der Gebührenbescheid an Schiller einem Irrtum entsprungen ist. Dem Mitarbeiter der GEZ war zufällig das Reclamheft mit dem Theaterstück „Die Räuber“ eines gewissen F. Schiller in die Hände gefallen. Den Titel „Die Räuber“ hielt er für ein hochaktuelles Bubenstück, glaubte er doch, es drehe sich um Ölmultis oder Investmentbanker!
Der „Mohr“ tat also nur seine Schuldigkeit.
(Um Protesten vorzubeugen: „Mohr“ hat hier nicht die politisch inkorrekte Bedeutung von Schwarz-Afrikaner, es handelt sich um einen Namen)
Und ich bin nicht die Schillernde Persönlichkeit, für die Ihr mich haltet, ganz und gar nicht.
Donnerstag, 2. Oktober 2008
Lest es oder lasst es….
Intrigen
Man kann es bedauern oder verwerflich finden, dass es sie gibt, die Intrigen. Sie sind Mittel im Überlebenskampf des Menschen seit urdenklichen Zeiten als Abstraktion hinübergerettet in moderne Gesellschaften aber dem Erbe jener Methode entsprungen, die es unseren jagenden Vorfahren ermöglichten trotz Abwesenheit z.B. Schlaf, Ruhepausen, Erkundungen usw. Tiere zu erlegen, indem man sie in Fallen lockte. Erste Ansätze waren Hinterhalt und Überraschung geplanter Angriffe.
Das funktionierte nur durch Beobachten von Verhaltensweisen der Beutetiere und das Erkennen von Gewohnheiten, wie Notwendigkeiten (Wasseraufnahme) Wanderwege in andere Weidegebiete und Vorlieben, die zur Unvorsichtigkeit verleiteten.
Mit dem Erkennen dieser Verhaltensweise war es ein geistiger Schritt, trotz Abwesenheit vor Ort, durch das Bauen geeigneter Vorrichtungen, den Fallen, an die Beutetiere zu gelangen. Der Jäger spezialisierte seine Überlegungen und nach und nach. Verfeinerte handwerkliche Fähigkeiten wurden im Zeitablauf durch Weitergabe der Fertigkeiten und Erfahrungen zum Allgemeingut, das mit Lockungen (Köder) immer weitere Verfeinerungen erfuhr. Das Wissen wurde über Generationen weiter gegeben und, obgleich mit der Herausbildung von Spezialisierungen (Berufen)und der Verlagerung der gesellschaftlichen Zwänge (vom Jäger zum sesshaften Bauern und späteren Stadtbürger)nicht mehr die Notwendigkeit bestand, sich des Fallenstellens zu bedienen.
Aber hundert tausende von Jahren hinterlassen Spuren – auch im Großhirn. somit sind Hinterhalt und Fallen in das abstrakte Denken eingeflossen und suchten sich neue Ziele, dies- mal ausschließlich im Umgang mit den Artgenossen, reaktiviert durch Neid, Gier und Geltungssucht. Auch hielt der Verrat, der Bruder von Täuschung und Lüge Einzug. Alles zusammen war das Rezept der Intrige.
Wir sind die alten Jäger geblieben – mit anderen Motiven zwar - aber immer noch im Geist der Tücke gefangen. Auf, auf zum fröhlichen Jagen und Waidmannsheil –obwohl Waidmannsdank ist wohl nicht zu erwarten.
Wie sagte doch Mephisto: „………und braucht´s allein, nur tierischer als jedes Tier zu sein!“
Intrigen
Man kann es bedauern oder verwerflich finden, dass es sie gibt, die Intrigen. Sie sind Mittel im Überlebenskampf des Menschen seit urdenklichen Zeiten als Abstraktion hinübergerettet in moderne Gesellschaften aber dem Erbe jener Methode entsprungen, die es unseren jagenden Vorfahren ermöglichten trotz Abwesenheit z.B. Schlaf, Ruhepausen, Erkundungen usw. Tiere zu erlegen, indem man sie in Fallen lockte. Erste Ansätze waren Hinterhalt und Überraschung geplanter Angriffe.
Das funktionierte nur durch Beobachten von Verhaltensweisen der Beutetiere und das Erkennen von Gewohnheiten, wie Notwendigkeiten (Wasseraufnahme) Wanderwege in andere Weidegebiete und Vorlieben, die zur Unvorsichtigkeit verleiteten.
Mit dem Erkennen dieser Verhaltensweise war es ein geistiger Schritt, trotz Abwesenheit vor Ort, durch das Bauen geeigneter Vorrichtungen, den Fallen, an die Beutetiere zu gelangen. Der Jäger spezialisierte seine Überlegungen und nach und nach. Verfeinerte handwerkliche Fähigkeiten wurden im Zeitablauf durch Weitergabe der Fertigkeiten und Erfahrungen zum Allgemeingut, das mit Lockungen (Köder) immer weitere Verfeinerungen erfuhr. Das Wissen wurde über Generationen weiter gegeben und, obgleich mit der Herausbildung von Spezialisierungen (Berufen)und der Verlagerung der gesellschaftlichen Zwänge (vom Jäger zum sesshaften Bauern und späteren Stadtbürger)nicht mehr die Notwendigkeit bestand, sich des Fallenstellens zu bedienen.
Aber hundert tausende von Jahren hinterlassen Spuren – auch im Großhirn. somit sind Hinterhalt und Fallen in das abstrakte Denken eingeflossen und suchten sich neue Ziele, dies- mal ausschließlich im Umgang mit den Artgenossen, reaktiviert durch Neid, Gier und Geltungssucht. Auch hielt der Verrat, der Bruder von Täuschung und Lüge Einzug. Alles zusammen war das Rezept der Intrige.
Wir sind die alten Jäger geblieben – mit anderen Motiven zwar - aber immer noch im Geist der Tücke gefangen. Auf, auf zum fröhlichen Jagen und Waidmannsheil –obwohl Waidmannsdank ist wohl nicht zu erwarten.
Wie sagte doch Mephisto: „………und braucht´s allein, nur tierischer als jedes Tier zu sein!“
Mittwoch, 1. Oktober 2008
Erdennah
Erdennah, der Bauer auf fruchtbarer Ackerkrume,
so nah wie des Wanderers Schritt auf erdstaubigem Weg,
Halt und sicheren Untergrund bietend den Eiligen, Hastigen,
dem schwebenden Tanzpaar Fläche ausgelassener Freude bietend;
sicheren Stand den Heimstätten der Menschen gewährend,
erdennah, ganz nah unsere Toten bergend
zur Wiederherstellung neuer Erde, ganz erdverbunden,
erdennah!
Erdennah, der Bauer auf fruchtbarer Ackerkrume,
so nah wie des Wanderers Schritt auf erdstaubigem Weg,
Halt und sicheren Untergrund bietend den Eiligen, Hastigen,
dem schwebenden Tanzpaar Fläche ausgelassener Freude bietend;
sicheren Stand den Heimstätten der Menschen gewährend,
erdennah, ganz nah unsere Toten bergend
zur Wiederherstellung neuer Erde, ganz erdverbunden,
erdennah!
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