Vorspiegelung
Ich glaubte zum Himmel hinaufsteigen zu können:
über die farbige Regenbogenbrücke einfach hinan.
Doch traue nicht der lockenden Verheißung,
möge der Weg dir noch so schöne Gefilde vorgaukeln.
Auf dem Scheitelpunkt des Regenbogens
bist du genauso weit vom Himmel entfernt
wie zu Beginn deiner Wanderung.
Und so erfuhr ich, dass es wieder abwärts ging
zum anderen Ende des Regenbogens.
Ich war wieder geerdet.
Lichtbögen täuschen das Auge –
lass deine Seele solcher Täuschung nicht anheim fallen
Freitag, 13. März 2009
Unerwartet
In einem Mischwald, halb verdeckt,
ein gelber Teppich den Waldboden deckt.
Der beginnende Frühling lockte hervor
zehntausende der Primula elatior.
letzte Reste vom Schnee – noch winterkalt,
doch ist ´s wie ein Wunder im Thüringer Wald.
Es sprießt dort wie anderen Orts längst wird vermisst:
unerwartet, dass es östlich von uns
so ganz anders ist!
In einem Mischwald, halb verdeckt,
ein gelber Teppich den Waldboden deckt.
Der beginnende Frühling lockte hervor
zehntausende der Primula elatior.
letzte Reste vom Schnee – noch winterkalt,
doch ist ´s wie ein Wunder im Thüringer Wald.
Es sprießt dort wie anderen Orts längst wird vermisst:
unerwartet, dass es östlich von uns
so ganz anders ist!
Donnerstag, 12. März 2009
Erst heißt es leiden…
Jagen graue Wolkenfetzen
windgespeitscht scheints erdennah,
türmen, trennen sich und hetzen,
wirbeln unberechenbar.
Vogelschwarm , der aufgestiegen,
schwimmt in diesem Wolkenmeer,
wird vom Winde abgetrieben
hält die Formation nicht mehr.
Doch am Boden, der Betrachter,
windgeschüttelt und durchnässt,
stellt den Kragen hoch – dann lacht er,
weil man ihn ins Trock´ne lässt.
Ach, nach ausgestand´ner Qual
kann so mancher erst geniessen,
das Gefühl „es war einmal“
verschaffte ihm ein solches Wissen.
Jagen graue Wolkenfetzen
windgespeitscht scheints erdennah,
türmen, trennen sich und hetzen,
wirbeln unberechenbar.
Vogelschwarm , der aufgestiegen,
schwimmt in diesem Wolkenmeer,
wird vom Winde abgetrieben
hält die Formation nicht mehr.
Doch am Boden, der Betrachter,
windgeschüttelt und durchnässt,
stellt den Kragen hoch – dann lacht er,
weil man ihn ins Trock´ne lässt.
Ach, nach ausgestand´ner Qual
kann so mancher erst geniessen,
das Gefühl „es war einmal“
verschaffte ihm ein solches Wissen.
Darum!
Entsetzen explodiert im Land,
die Decke satter Selbstzufriedenheit
zerrissen,
nicht mehr verborgen, zugedeckt
was unter ihr brodelte und kochte
zerstört
auch die Maske friedlichen Scheins,
die Seelenwunden eitern aus,
nachdem die unschuldig weissen
Verbände heruntergerissen sind.
Gewaltfantasien
trainiert und getestet in bunten Höllenspielen
im Lustbetrachten gräulicher Bilder
insgeheim durchlebt: hinter kranken und
verderbten Seelenwinkeln versteckt.
Programmierte menschliche Vorstellungskraft
explodiert
in plötzlichem Handeln.
Darum!
Entsetzen explodiert im Land,
die Decke satter Selbstzufriedenheit
zerrissen,
nicht mehr verborgen, zugedeckt
was unter ihr brodelte und kochte
zerstört
auch die Maske friedlichen Scheins,
die Seelenwunden eitern aus,
nachdem die unschuldig weissen
Verbände heruntergerissen sind.
Gewaltfantasien
trainiert und getestet in bunten Höllenspielen
im Lustbetrachten gräulicher Bilder
insgeheim durchlebt: hinter kranken und
verderbten Seelenwinkeln versteckt.
Programmierte menschliche Vorstellungskraft
explodiert
in plötzlichem Handeln.
Darum!
Dienstag, 10. März 2009
Weinseligkeit?
Habt Freunde ihr jemals bedacht
wie eine Beere sich wohl fühlt,
wenn man die Trauben schneidet
und die Tröge damit füllt,
sie presst und Traubensaft draus macht?
*
Entblutet fliesst ihr roter Saft,
wird gleich in Strömen aufgefangen,
der Trester aber, der bleibt hangen
als Rest, den man beiseite schafft.
*
Vielleicht wird später er vergoren,
als Schnaps, der“ made in Italy“,
doch was da drin ist weiss man nie,
so abgefüllt in den Amphoren.
*
Bei uns verbleibt ´s fürs liebe Vieh
als Futter, als Recyclingware
und deshalb stell ich mir die Frage,
ob ich gern Traube wäre, nie.
*
Das Blut, veredelt zu dem Wein,
geliebt, umsorgt und sehr gepflegt,
der alle Sinne so anregt
in dir – das wollte ich schon sein!
Habt Freunde ihr jemals bedacht
wie eine Beere sich wohl fühlt,
wenn man die Trauben schneidet
und die Tröge damit füllt,
sie presst und Traubensaft draus macht?
*
Entblutet fliesst ihr roter Saft,
wird gleich in Strömen aufgefangen,
der Trester aber, der bleibt hangen
als Rest, den man beiseite schafft.
*
Vielleicht wird später er vergoren,
als Schnaps, der“ made in Italy“,
doch was da drin ist weiss man nie,
so abgefüllt in den Amphoren.
*
Bei uns verbleibt ´s fürs liebe Vieh
als Futter, als Recyclingware
und deshalb stell ich mir die Frage,
ob ich gern Traube wäre, nie.
*
Das Blut, veredelt zu dem Wein,
geliebt, umsorgt und sehr gepflegt,
der alle Sinne so anregt
in dir – das wollte ich schon sein!
Montag, 9. März 2009
Arm der Gerechtigkeit
Nicht angesiedelt im rechtsfreien Raum
bist du da zu Hause
wo gerechtet wird.
Greifst zu:
gewissenhaft nach Recht
doch ohne Gewissen
gefühllos urteilendes Recht
in buchstabengetreuem Handeln,
durch Pragrafen gefesselte Gerechtigkeit
im Rechtfinden.
Du heissest dich selbst im Kreise
deiner blinden Justitia
„Arm der Gerechtigkeit“.
Würdest du „gewisssen“haft abwägen
nennte man dich nicht
„arm an Gerechtigkeit“.
Nicht angesiedelt im rechtsfreien Raum
bist du da zu Hause
wo gerechtet wird.
Greifst zu:
gewissenhaft nach Recht
doch ohne Gewissen
gefühllos urteilendes Recht
in buchstabengetreuem Handeln,
durch Pragrafen gefesselte Gerechtigkeit
im Rechtfinden.
Du heissest dich selbst im Kreise
deiner blinden Justitia
„Arm der Gerechtigkeit“.
Würdest du „gewisssen“haft abwägen
nennte man dich nicht
„arm an Gerechtigkeit“.
Vereinsmeierei
Gern gründen Menschen ´nen Verein,
verfolgen Ziele sie gemein.
Wenn sieben sich zusammenfinden,
kann man ihn dann auch rechtlich gründen.
Damit es seine Ordnung hat,
findet die Gründungsveranstaltung statt,
in der die Satzung definiert
und Zweck und Ziel wird angeführt.
Hernach erfolgt die Vorstandswahl,
für Mitbegründer eine Qual,
denn es wird einer nur gewählt.
Und wenn die Stimmen ausgezählt
ist die Enttäuschung oft zu spüren,
weil keiner möchte gern verlieren.
So wird schon in den Gründungstunden
der Anlass für den Zwist gefunden,
der denn auch bald zum Selbstzweck wird,
d.h. es läuft total verkehrt!
Man zankt und zetert - unterdessen
ist das Vereinsziel schon vergessen.
Es bilden Grüppchen sich, Fraktionen,
die sich im Streit fürwahr nicht schonen.
Am besten, man ist nicht dabei:
elendig die Vereinsmeierei!
Gern gründen Menschen ´nen Verein,
verfolgen Ziele sie gemein.
Wenn sieben sich zusammenfinden,
kann man ihn dann auch rechtlich gründen.
Damit es seine Ordnung hat,
findet die Gründungsveranstaltung statt,
in der die Satzung definiert
und Zweck und Ziel wird angeführt.
Hernach erfolgt die Vorstandswahl,
für Mitbegründer eine Qual,
denn es wird einer nur gewählt.
Und wenn die Stimmen ausgezählt
ist die Enttäuschung oft zu spüren,
weil keiner möchte gern verlieren.
So wird schon in den Gründungstunden
der Anlass für den Zwist gefunden,
der denn auch bald zum Selbstzweck wird,
d.h. es läuft total verkehrt!
Man zankt und zetert - unterdessen
ist das Vereinsziel schon vergessen.
Es bilden Grüppchen sich, Fraktionen,
die sich im Streit fürwahr nicht schonen.
Am besten, man ist nicht dabei:
elendig die Vereinsmeierei!
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