Den rechten Arm gestützt
aufs linke Bein,
im Winkel führt das Handgelenk
geknickt zum Kinn,
versunken scheint der Blick
gekehrt ins Innerste hinein
gefurcht die Stirn auf Suche
nach dem Sinn.
Der muskulöse Leib auf einem
Steinblock ruhend, nackt,
nach vorn gebeugt ist die Gestalt
und unwillkürlich einen der Gedanke
packt:
der Mann hat abgeschworen der Gewalt.
Tief in Gedanken so versenkt
in Bronzeerz gegossen, ewig starr,
so hat ihn uns Rhodin geschenkt,
den Denker –
Gedanken, die nicht offenbar!
Mittwoch, 13. Januar 2010
Dienstag, 12. Januar 2010
Ach früher...
Frech und keck kommt er daher,
Mütze auf dem Kopf sitzt quer
und das Hemd guckt aus der Hose,
diese sitzt besonders lose.
Hosenboden an der Stelle
wo das Knie sitzt, deren Kehle.
Hosenbein schleift auf der Erde,
vermutlich, dass es dreckig werde.
Ist dies Aussehen ein Skandal?
Früher war das wohl einmal…
Doch das Früher, Gott sei Dank,
packt man in den Mottenschrank.
Früher trug man züchtig Loden:
heute gibt es andre Moden,
und wer früher ging zu Fuß,
heut auch nicht mehr laufen muß!
Mütze auf dem Kopf sitzt quer
und das Hemd guckt aus der Hose,
diese sitzt besonders lose.
Hosenboden an der Stelle
wo das Knie sitzt, deren Kehle.
Hosenbein schleift auf der Erde,
vermutlich, dass es dreckig werde.
Ist dies Aussehen ein Skandal?
Früher war das wohl einmal…
Doch das Früher, Gott sei Dank,
packt man in den Mottenschrank.
Früher trug man züchtig Loden:
heute gibt es andre Moden,
und wer früher ging zu Fuß,
heut auch nicht mehr laufen muß!
Montag, 11. Januar 2010
Neidisch auf die Jugend
Dein Haupthaar ist so weiß wie Schnee
und alle Glieder tun dir weh.
Der schnelle Zeitenlauf verführt zum Hassen,
kannst ihn nicht halten, ihn nicht fassen.
Viel Übles hat dein Herz gefrostet,
du hast den bittren Kelch des Lebens ausgekostet.
Blickst du so oder ähnlich auf Vergangenheit?
Erweckt in dir der Jugend Fröhlichkeit den Neid?
Bedenke, die du heut beneidest holt auch das
Alter ein,
und wieder wird die neue Jugend fröhlich sein!
Vor der Geburt – tat dir da irgendetwas weh?
Nach deinem Tod – treibt ´s dir den Blutdruck
in die Höh?
Nur zwischen beiden liegt dein Leben –
du hast die Wahl, die letzte Chance zu vergeben!
und alle Glieder tun dir weh.
Der schnelle Zeitenlauf verführt zum Hassen,
kannst ihn nicht halten, ihn nicht fassen.
Viel Übles hat dein Herz gefrostet,
du hast den bittren Kelch des Lebens ausgekostet.
Blickst du so oder ähnlich auf Vergangenheit?
Erweckt in dir der Jugend Fröhlichkeit den Neid?
Bedenke, die du heut beneidest holt auch das
Alter ein,
und wieder wird die neue Jugend fröhlich sein!
Vor der Geburt – tat dir da irgendetwas weh?
Nach deinem Tod – treibt ´s dir den Blutdruck
in die Höh?
Nur zwischen beiden liegt dein Leben –
du hast die Wahl, die letzte Chance zu vergeben!
Sonntag, 10. Januar 2010
Sinn
Was tue ich mir damit an,
dass übern Sinn ich spreche,
ihn dennoch nicht begreifen kann,
den Kopf mir nur zerbreche?
Was ist des Lebens letzter Sinn,
worin besteht sein „SEIN“?
Ich denke – also ich auch bin,
das fiel dem Sokrates zu ein.
Fünf Sinne sind naturgegeben,
dass man sie auch zusammenhält,
das sichert uns das Überleben,
bei manchen man auch sechse zählt.
Die Sinne so beisammen haben
gibt in der Summe nicht den Sinn,
mit dem sich Philosophen plagen.
Nur schade, dass ich keiner bin.
Sinnvoll, sinnlos, mit allen Sinnen,
das Hinterste nach vorn gekehrt,
gedankenschwer oder nur spinnen:
es bleibt am Ende sinnentleert.
Das ICH in mir merkt mit Entsetzen,
dass jener letzte Sinn der Wahrheit
sich mir entzieht – Gedankenfetzen
bringen mir lebenslang nicht Klarheit!
dass übern Sinn ich spreche,
ihn dennoch nicht begreifen kann,
den Kopf mir nur zerbreche?
Was ist des Lebens letzter Sinn,
worin besteht sein „SEIN“?
Ich denke – also ich auch bin,
das fiel dem Sokrates zu ein.
Fünf Sinne sind naturgegeben,
dass man sie auch zusammenhält,
das sichert uns das Überleben,
bei manchen man auch sechse zählt.
Die Sinne so beisammen haben
gibt in der Summe nicht den Sinn,
mit dem sich Philosophen plagen.
Nur schade, dass ich keiner bin.
Sinnvoll, sinnlos, mit allen Sinnen,
das Hinterste nach vorn gekehrt,
gedankenschwer oder nur spinnen:
es bleibt am Ende sinnentleert.
Das ICH in mir merkt mit Entsetzen,
dass jener letzte Sinn der Wahrheit
sich mir entzieht – Gedankenfetzen
bringen mir lebenslang nicht Klarheit!
Samstag, 9. Januar 2010
Winterstille
Wäre ich Maler –ich hielt es fest für mich:
inmitten tief verschneiter Felder diese Kate,
ein Bächlein schlängelt schwarz daneben sich,
Kopfweiden zeigen den Verlauf, den es
sich gegraben hatte.
Des Waldrands grau verschwommene Kontur
begrenzt die Sicht am nahen Horizont.
Mein Blick geht über scheinbar unverdorbene
Natur
als hätt´ der Mensch dies Fleckchen Welt geschont.
Ach, wär´ ich Maler – so bewahrt ich die Idylle
in einem Bild. Ich nennt´ es: Winterstille.
inmitten tief verschneiter Felder diese Kate,
ein Bächlein schlängelt schwarz daneben sich,
Kopfweiden zeigen den Verlauf, den es
sich gegraben hatte.
Des Waldrands grau verschwommene Kontur
begrenzt die Sicht am nahen Horizont.
Mein Blick geht über scheinbar unverdorbene
Natur
als hätt´ der Mensch dies Fleckchen Welt geschont.
Ach, wär´ ich Maler – so bewahrt ich die Idylle
in einem Bild. Ich nennt´ es: Winterstille.
Freitag, 8. Januar 2010
Sarkasmus pur
Der Kasper in dem Puppenspiel
der großen Weltenbühne
versteht von Politik nicht viel,
doch Thesen hat er kühne.
Er merkt nicht wie das Krokodil
dabei ist ihn zu fangen,
ihn kümmern Warnschreie nicht viel
noch ist es immer gut gegangen!
Der Tollpatsch strotzt vor Übermut,
wollt auch bei Alten punkten;
bei Kindern kam er immer gut,
bei Alten wollt er unken.
So spielt er tri, tra, trallala
in dem Senioren- Stift
und ruft dort: “seid ihr alle da?“
als er die Alten trifft.
Die antworten wie ´s sich gehört:
„klar sind wir alle da!“
Was er drauf sagt, das hat empört:
„Nicht lange mehr, tri,tra, trallala…
der großen Weltenbühne
versteht von Politik nicht viel,
doch Thesen hat er kühne.
Er merkt nicht wie das Krokodil
dabei ist ihn zu fangen,
ihn kümmern Warnschreie nicht viel
noch ist es immer gut gegangen!
Der Tollpatsch strotzt vor Übermut,
wollt auch bei Alten punkten;
bei Kindern kam er immer gut,
bei Alten wollt er unken.
So spielt er tri, tra, trallala
in dem Senioren- Stift
und ruft dort: “seid ihr alle da?“
als er die Alten trifft.
Die antworten wie ´s sich gehört:
„klar sind wir alle da!“
Was er drauf sagt, das hat empört:
„Nicht lange mehr, tri,tra, trallala…
Sarkasmus pur
Der Kasper in dem Puppenspiel
der großen Weltenbühne
versteht von Politik nicht viel,
doch Thesen hat er kühne.
Er merkt nicht wie das Krokodil
dabei ist ihn zu fangen,
ihn kümmern Warnschreie nicht viel
noch ist es immer gut gegangen!
Der Tollpatsch strotzt vor Übermut,
wollt auch bei Alten punkten;
bei Kindern kam er immer gut,
bei Alten wollt er unken.
So spielt er tri, tra, trallala
in dem Senioren- Stift
und ruft dort: “seid ihr alle da?“
als er die Alten trifft.
Die antworten wie ´s sich gehört:
„klar sind wir alle da!“
Was er drauf sagt, das hat empört:
„Nicht lange mehr, tri,tra, trallala…
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