Dienstag, 9. Februar 2010

Schicksal

schmallippige Ironie
küsst
teilnahmslosen Mund
der Schicksalsgöttin
ohne Regung ohne Erregung
kalt und starr der mitleidlose
Blick
nur spöttische Mundwinkel
verraten ohne Worte:
Traumtänzer, der du bist,
man spielt nicht mit mir
ertragen muss man mich!

Montag, 8. Februar 2010

Gesichter

Das Leben zeichnet die Gesichter
verhärmt, verschlossen, kalter Blick
versäumtes oder nicht gehaltenes Glück:
in dem Gesicht zeigt sich das Leben als
ein Richter.

Krankhaftes Grau, verräterischer trüber Blick
wabbelnd mit schlaffer Haut das Doppelkinn
unmäßige Genuss-Sucht gab ihm wohl Sinn,
dem Träger, schaut man den Lebensweg zurück.

Der Faltenwurf durch stetig Sorgen,
das sich Bemühen ohne Resultat,
die Selbstvorwürfe, wenn man den Erfolg nicht hat,
dem Angesicht bleibt nichts verborgen.

So kerbt und gräbt das Leben seine Rillen
und ebnet Tränen ihre Bahn.
Doch sieht ein lächelndes Gesicht dich an
vertreibt es dir die schrulligen Grillen.

Samstag, 6. Februar 2010

Gegen die Bedenkenträger

Waren ´s dreißig Silberlinge,
ist es heute nur noch einer,
dieses Mal bedauert ´s keiner,
dass der Verrat auch hier gelinge.

Die Staats-Schelte ist unbedacht.
Wir alle sind es, die bestohlen
die Verbrecher soll der Teufel holen,
wenn die Justiz versinkt in Ohnmacht.

Wenn nach Belieben jeder die Gesetze
brechen würde,
wer könnt ´ dem Chaos dann entgehen,
wer der Hab – und Raubgier widerstehen,
was wäre das für alle eine Bürde?

Einst hielt er wohl die andere Wange hin
für einen weiteren Streich in sein Gesicht!
Soviel an Duldung hab ich nicht,
bei solchen Räubern gibt das keinen Sinn!

Freitag, 5. Februar 2010

Nicht ganz sauber

Auf einer silbrig kleinen Platte
mit Null und Einsern aufgefüllt,
sich lange Zeit verborgen hatte,
was der Finanzcomputer nun enthüllt.

Der strenge Schutz des Anonymen,
endlich geknackt und mal missachtet,
treibt Manchem Schweiß mit den Enzymen
auf Stirnen, stinkend mit belastet.

Noch heulen drohend die Hyänen
aus jenem Sauber-Leute-Land,
beschimpfen uns, statt sich zu schämen
für Nazigold und Diktatorengeld,
das Unterschlupf dort fand!

Oh, Land der Berge,
wo nur Geld willkommen,
das Bankgeheimnis sich ernährt durch Geiz,
hast den Bewohnern ihren guten Ruf
genommen.
Willkommen, Schwarzgeld, in der Schweiz!

Chimerika

Hab ´s im Wochenblatt gelesen
Amerikaner und Chinesen
teilen sich die Weltenmacht.
Arme Welt, dann gute Nacht!

Wenn an beider Mächte Wesen
unser Globus soll genesen
hinterlässt das tiefe Spuren
beim Verschmelzen der Kulturen.

Nehmen wir das Ess-Verhalten:
wie soll das sich denn gestalten?
Burger mit gekochtem Hund
mit Ess-Stäbchen geführt zum Mund?

Peking Oper – Rockmusik:
was für ein groteskes Stück!
Und fanatisch´ Kreationisten,
die Mao-Fibel lesen müssten?

Ich finde, mit dem Weltmacht-Teilen
sollt man sich wirklich nicht beeilen.
Die Beiden - das steht außer Frage
sind schon für sich allein ´ne Plage!

Donnerstag, 4. Februar 2010

Keine Sorge

Alt werden möchte jeder
alt sein jedoch nicht,
ist die Haut wie altes Leder
steht sie nicht gut zu Gesicht.

Und der Arzt sagt: ganz famos
heute geht ´s uns wieder besser,
nur noch ein paar Tage bloß,
dann legen wir uns unters Messer.

So ein neues Hüftgelenk,
Herzschrittmacher, neues Knie
sind für uns doch ein Geschenk,
machen glücklich wie noch nie.

Mehmet aus dem Krankenhaus
stöbert im Ersatzteillager,
Hüftgelenke sind schon aus,
auch der Rest ist ziemlich mager.

In der Computer Datenbank
stehen Lieferungen aus
und die sind, Gott sei ´s gedankt,
reserviert fürs Krankenhaus.

Und der Knochendoktor kann
bald an morschen Körpern schneiden
und die Alten wird man dann
ob der Fitness wohl beneiden.

Ja, so wird man locker hundert,
hangelt sich von Jahr zu Jahr,
was auch niemand mehr verwundert:
Ersatzteile sind genügend da!

Dienstag, 2. Februar 2010

Nicht immer ist drin, an was man gerade denkt

Eine seltsame Überschrift für eine Geschichte, die gar keine ist sondern nur Gedankensprünge, die sich im Alltag aus zufälligen Begebenheiten ableiten.
Ja, der Alltag, jene routinemäßige Abfolge von Stunden, die nicht aufregend sind aber trotzdem unentbehrlich, will man dem Schnitter nicht unbedingt in die Sense laufen.
Zu den Tätigkeiten eines so gewöhnlichen Tages gehört es zuweilen, dass man die Vorräte ergänzen muss. Hin und wieder geschieht dies durch die Bitte meiner mir Angetrauten,
die Einkäufe zu übernehmen; und damit dies nicht durch altersbedingte Vergesslichkeit durchkreuzt wird, gibt es immer eine Einkaufsliste, streng geordnet nach der Abfolge der Regale im Supermarkt in denen sich die gewünschten Artikel meinem kurzsichtigen Blick nicht entziehen können.
So ordentlich geführt und geleitet stehe ich mit der erwähnten Liste vor der Kühltheke.
Die Notiz verspricht mir: hier findest du BACON. Bacon ist englisch und bezeichnet jenen dünn geschnittenen Bauchspeck, den unsere Inselnachbarn mangels andersgearteter Esskultur
schön knusprig gebraten bereits zu Frühstück verzehren. Dies nur zur Erläuterung für die glücklichen, heroischen Männer, die sich strikt weigern zu kochen oder sich den im Übermaß angebotenen Kochsendungen im Fernsehen entziehen können. Bacon ist also vom Schwein und deshalb immer erhältlich, weil unsere Muslimischen Mitbürger, die sonst in Scharen im Supermarkt plaudernd anzutreffen sind, sich nicht für dieses Produkt interessieren. Deshalb ist es besonders wichtig auch auf das Verfalldatum zu achten, damit man arme, alte Schweine links liegen lassen kann. Ich suche also sorgfältig aus…. „Bacon?“ denke ich auf gedanklichen Abwegen.“Was für eine Namensgleicheit…Bacon…Bacon… Robert Bacon…
wie kann man ein Stück Schwein nach einem so genialen Wissenschaftler benennen.
Jenem Franziskaner Mönch englischer Abkunft, der vermutlich das erste Mikroskop der Welt baute, die Grundlagen der Lichtbrechung durch Berechnung festlegte, dampfbetriebene Schiffe voraussagte und das alles bereits im 13. Jahrhundert! Sicherlich, er stellte die Scholastische Lehre in Frage und wurde deshalb von der eigenen Kirche bestraft. Diese Leute hielten ihn offenbar für eine ketzerische Pottsau… mussten aber doch deshalb nicht ein Stück vom Schwein nach ihm benennen, wäre doch unchristlich, eher hätte man das von anderen Glaubensrichtungen annehmen sollen. Ich war abgelenkt und suchte nach weiteren Kuriositäten in dem Regal, fand aber außer Dauerwurst keine auffälligen Namen… es sei denn, dass ein Herr Dauer im 16. Jahrhundert vielleicht die Kristallform der Schneeflocken exakt berechnen konnte, wobei diese, die Schneeflocken, allerdings nicht von Dauer sind
(ich werde das gelegentlich bei Wikipedia nachschlagen). Mein Weg führte mich weiter zum
Käseregal in dem mir ein Mönch entgegenlächelte, natürlich nicht in echt sondern auf der Verpackung. Moin – Mönchskopf-Käse. Besagter Mönche lächelte obgleich man ihn doch wohl geköpft hatte oder habe ich das vielleicht falsch verstanden? Ein Wunder vielleicht,
ein geköpfter Mönch der lächelt… warum nicht….. hatte doch ein berühmter Pirat noch zwanzig Schritte zurückgelegt, wenngleich man ihn geköpft hatte… wie hieß der doch, ach ja, Störtebeker. Piraten… gibt es auch heute noch.. am Horn von Afrika und anderen Meerengen
…nur dort? Bei allen Überlegungen und Gedankengängen war ich automatisch am Kassentisch vorbei…Piraten? Auch hier gibt es die, da brauch ich nur auf meinen Kassenzettel zu schauen. Einkaufen verführt zum Abenteuer und man sollte seine Gedanken stets bei der Sache haben. Vor lauter Gedanken und denken habe ich automatisch viel mehr in den Einkaufswagen gelegt…. ach Wagen und automatisch, da gab es doch im 19. Jahrhundert einen Erfinder…Benz und dem haben wir nun die hohen Benzinpreise zu verdanken.
Ich gehe nicht mehr einkaufen!!