Freitag, 6. August 2010

Spaß beiseite

Ich wollt´ gern was Lustiges schreiben,
was die Leute hier so treiben.
Doch vermiss ich nach wie vor
Fröhlichkeit und auch Humor

Selbst die Kühe auf den Weiden
sehen aus, als wenn sie leiden.
Nicht einmal beim Euter streichen
wollen traurige Blicke weichen.

Und die treuen Hundeblicke
zeugen nicht vom großen Glücke,
auch die Katzen scheu entweichen
flüchten sich zu Ihresgleichen.

Kurz gesagt: es fehlt an Spaß,
jede Freude Mittelmaß.
Selbst beim Feiern gibt man Acht,
was der Nachbar falsch gemacht.

So verhallt denn meine Klage:
Fröhlichkeit bleibt Mangelware.
Ringsherum ist es im Dorf
so todernst wie unterm Torf.

Folglich fragt sich der Chronist,
ob es nicht doch besser ist,
etwas Trauriges zu dichten,
um die Dörfler aufzurichten!

Donnerstag, 5. August 2010

Nicht lammfromm

Wer Wind sät – der erntet Sturm.
Will uns das die Bibel lehren?
Soll der Mensch so wie ein Wurm
nur erdulden, sich nicht wehren?

War der Zorn des Nazarener`
auf Entweihung von dem Tempel
letztlich Menschensohnes Fehler,
diente uns nicht als Exempel?

Alles einfach zu erleiden,
sich der Willkür auszusetzen,
dass Sadisten sich dran weiden,
an den Qualen sich ergötzen?

Nein, ich bin kein Pazifist,
werd´ mich wehren wo es geht,
weil das Selbsterhaltung ist
nicht wie in der Schrift es steht!

Mittwoch, 4. August 2010

Adé

Adé

Gehab dich wohl, du meine Liebe!
Ich wünschte, dass sie ewig bliebe.
Doch nichts von Dauer ist ´s im Sein,
so musste denn geschieden sein.
Ein Abschied, der bald abzusehen,
denn meine Zeit bleibt niemals stehen.
So geh dahin, du Jugend mein,
im stillen Schmerz gedenk ich dein!

Pinocchio

„Es war einmal“, so steht ´s geschrieben
in Märchen, die wir gern gehört,
die wir trotz aller Grausamkeit so lieben,
weil alles gut wird, hat´s uns nicht gestört.

Sind ´s Märchen nur, die man erzählt?
So viel geschieht in Wirklichkeit:
Figuren bösartig gequält –
sind es nicht Menschen unserer Zeit?

Wie steht es mit Charakterzügen,
geschildert von Gebrüdern Grimmm,
sind vielleicht Pinocchios Lügen
weil gleich bestraft nur halb so schlimm?

Im Grunde laufen alle doch
wir als Pinocchios durchs Leben
und sind ganz froh, dass immer noch
ein Nasenwachstum nicht gegeben!

Es war einmal und wird nicht sein,
das Märchen von der hölz´nern Puppe,
denn unsere Nasen bleiben klein,
darum ist uns das Lügen schnuppe!

Dienstag, 3. August 2010

Schönheit, die nicht vergeht

Schwarz wie eine Rabenfeder
war dein langes, glänzend Haar.
Schönheit warst du – sagt ein Jeder,
der dich verehrte, der dich sah.
*
Schnell, so schnell vergingen Jahre,
äußere Schönheit welkt, vergeht.
Leben zeichnet Müh und Plage,
man erschreckt vorm Spiegel steht.
*
Stumpf und grau der Haare Pracht,
runzelig sind Stirn und Wangen,
was das Alter mit uns macht
wird erwartet stets mit Bangen.
*
Einzig deine Augen strahlen,
können Sympathien gewinnen.
Schönheit kann man nicht nur malen:
wahre Schönheit kommt von innen!

Doppelte Moral

Die Erregung allgemein
könnte wohl kaum größer sein:
da pinkelt wer am Straßenrand,
weil er das „Örtchen“ wohl nicht fand.
Anstößig und auch widerlich –
igitt, igitt – wie liederlich.
Was allzu menschlich, weil es eilt,
ist zu verdammen, wenn man ´s peilt.
Und eben grad die Moralisten
sitzen vor den Fernsehkisten,
wenn nackte Leiber sich geil lieben
und öffentlich so etwas trieben.
Häufig ist Moral gespielt,
wenn man sich nicht alleine fühlt!

Montag, 2. August 2010

Mahner gibt es nicht nur in der Wüste

Ein Frosch saß an des Teiches Ufer
und quakte laut und unverdrossen.
War er ein Mahner, Unkenrufer,
quakte er nur so zu den Genossen?

*

Die scherten sich ein Schilfblatt drum,
sie fühlten sich im Gegenteil gestört
und sprangen fröhlich weiter rum
als hätten sie die Warnung nicht gehört.

*

So stelzte der Storch Adebar
herum wie im Schlaraffenland
und schnappte mühelos sogar
die vielen Frösche, die erfand.


*

Ein Frosch blieb an des Teiches Ufern
zurück allein und trauervoll.
Ein Beispiel dafür, dass man Rufern
nicht nur in Wüsten folgen soll!