Freitag, 12. November 2010

Neunter November

Ein Feuersturm fegt übers Land
von unbändigem Hass getrieben
Mauern brechen, Funken stieben,
und stumm das Volk ohne Verstand.

Das Kreuz, Symbol von gläubigen Christen,
schief aufgehängt versehen mit Haken.
Parolen greifen wie die Arme gieriger Kraken
auf Menschen über, die es besser wüssten.

Ach Volk, du warst so gern verführt,
von Macht besessenen Ideologien verblendet,
dir wurde doch der „Führer“ nicht gesendet,
du hast die braune Brühe selber angerührt!

Und wieder wurd` der 9. November eingeblendet,
ein Teil des Volkes wachsam sich empört
Parteiendiktatur verhält sich sehr verstört,
so dass auch dies Kapitel abrupt endet.

Die Mauer fällt, die Freiheit winkt.
Wir sind das Volk ertönts vom Osten her,
der Strom von Menschen wird zum Heer,
das taumelnd neue Freiheit trinkt.

Nachdem dies alles überstanden,
was haben wir als Volk gelernt, erfahren?
Nichts ist genug - wir jammern schon seit Jahren
und Freiheit wird geschätzt nicht –
sondern missverstanden!

Der Weiße Ritter in Gorleben

Der weiße Ritter nicht mehr prahlt,
die Rüstung ist total versaut.
Atom-Müll hatte sie verstrahlt,
Politikern er nicht mehr traut.

So lässt er Rüstung Rüstung sein,
das Pferd durch Traktor er ersetzt,
findet sich in Gorleben ein,
wo er sich aus Protest hinsetzt.

Da waren dann schon viele da,
die klagten ihre Not
auch Polizei mit tatütata
gehörte zu dem Aufgebot.

So protestierten viele friedlich
fürs Ende jener Politik
die strahlend Zukunft uns verniedlicht,
nicht offen ist für die Kritik.

Es warnt indess der Weiße Ritter
vor großem Ignorantentum.
Er sieht vorher den Schwarzen Schnitter,
der reiche Ernte hält ringsum!

Donnerstag, 11. November 2010

Auffällig

Ein Zebrahengst entwich dem Zoo
und trabte durch die Stadt.
Er war darüber äußerst froh,
weil er dergleichen nie gesehen hat.

Das Zebra fand sich nicht zurecht.
Vom vielen Hupen irritiert,
verhielt ´s sich nicht verkehrsgerecht,
die Furcht war groß, dass was passiert.

Hier war die Polizei gefragt,
die auch sehr schnell erschien;
in diesem Fall auch nicht versagt,
hat schnell gefesselt ihn.

Das Tier stand unter Tatverdacht,
da war bestimmt was dran,
gelobt sei hier die Ordnungsmacht:
hat ´s Pferd noch Häftlingskleidung an!

Mittwoch, 10. November 2010

Wie vielleicht

Vielleicht ist für mich zuviel leicht,
das heißt viel ist wohl nicht erreicht.
Nicht ja und dennoch auch nicht nein
eindeutig kann das wohl nicht sein.
So zwischendrin – so “mittenmang“,
nicht ängstlich aber trotzdem bang.
Leicht ist nicht viel – viel ist nicht leicht,
Verwirrung ist, was „vielleicht“ erreicht.
Nein heißt bei Damen sogar vielleicht,
vielleicht heißt bei Damen folglich ja,
sagt ja sie, fragt man ob ´s ´ne Dame war.

Wenn nicht Ihr,dann...

Es war einmal – so wird berichtet,
ein Mensch, der gerne schreibt und dichtet.
Gedanken im Gehirn gequält,
gepresst, verworfen und gestählt
auf sauberes Papier geschmiert,
dass er ´s behält und nicht verliert.

Doch ganz umsonst die Mühewaltung,
verliert er Fassung und auch Haltung,
wenn Menschen für die er ´s geschrieben,
die Texte nun einmal nicht lieben.

Schon hat er drüber nachgedacht,
was er denn alles falsch gemacht.
Stimmt Versmaß oder Inhalt nicht?
er nimmt sich kritisch in die Pflicht.

So überlegt er hin und her
sind seine Texte wohl zu schwer,
zu traurig oder nur zu schlicht?
Er weiß es und versteht es nicht.

Als Analyse bleibt zum Schluss,
dass er die LESER ändern muss:
nicht Versmaß, Texte oder so –
nein, ab sofort liest er im Zoo!

Die Tiere ihm geduldig lauschen
zu märchenhaftem Blätterrauschen.
Es tobt der Bär – verzückte Eulen,
vor Rührung selbst die Wölfe heulen.

Den Dichter aber hat ´s gefreut,
er ist von seinem Frust befreit,
schreibt weiter – hört auch gar nicht auf;
der Grund: er ist jetzt „tierisch drauf“.

Montag, 8. November 2010

Zug- und andere Vögel

Wenn Kraniche nach Süden ziehen,
was können sie dort erwarten?
Sollt´ ich mit ihnen dorthin fliehen
und auf den Sommer warten?

Die Störche hält es auch nicht hier,
sie bleiben nicht über den Winter.
sie suchen sich ein warmes Quartier,
doch wer bringt jetzt die Kinder?

Der Kuckuck hat sich aufgemacht
er fürchtet wohl Alimente?
Während er in sein Gefieder lacht,
wär´ mancher froh, wenn er es könnte!

Die Drossel aber bleibt uns treu
und auch die Rabenkrähe,
die Nilgans überlegts sich neu
und bleibt in unserer Nähe.

So bleiben Vögel noch genug,
auch solche, die nicht legen
und deshalb rate ich: sei klug,
vermeide die ganz Schrägen!

Sonntag, 7. November 2010

An den November

Hallo, du Monat, der im Herbst
den schönen Sommer du beerbst.
Mit Regen, Nebel, Wolkenbänken
willst du uns reichlich wohl beschenken.

Wir nehmens ´s an, wenn auch dein Gruß
bereitet uns kaum noch Genuss,
was wirklich niemand kann bestreiten.
Doch ist ´s so mit den Jahreszeiten:

die Sonne kann nicht immer strahlen
der Künstler Herbst darf auch mal malen
und wenn sein Bild nicht conveniert,
er grauen Nebel drüber schmiert.

November, der du nun schon da,
erwarte von uns kein HURRA.
Als elfter Monat hast du nun
die Zeit uns Ruhe anzutun!

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