Sonntag, 28. November 2010

Was bleibt

Blumen neigen müden Köpfe,
aufgebraucht ist ihre Kraft,
verwelken wie all irdische Geschöpfe
im Lebensherbst zur starren Winternacht.

Liebe, in Leidenschaft vergossen,
ist getrübt durch Mühsal-Tagen.
Was wie Blüten hoch gesprossen,
kann die Pracht nicht ewig tragen.

So beginnt das Abschiednehmen,
gleich ist ´s, ob es uns gefällt.
Es bleibt das Band von schwerem Sehnen,
das Verbundenheit erhält.

Freitag, 26. November 2010

Nimm dir ein Herz

Nimm dein Herz in beide Hände
Ende Deiner Sehnsucht Flehen
Laß die Liebe dir am Ende
Nicht durch falsche Scham entgehen

Glücklich sein ist keine Gabe
Die dir einfach nur geschenkt
Liebe ist des Glückes Gnade,
leben kürzer als man denkt

Nimm dein Herz in beide Hände
Liebe die man sich gesteht
Bringt im Leben frohe Wende
Für dich - ehe es zu spät

niemals

niemals würde ich...
niemals?
war ich denn schon einmal in
der Stituation für
niemals?
woher also die Bestimmtheit
für niemals würde ich...
kenne ich mich so gut,
daß niemals zu niemals wird
niemals kennt man sich so genau
niemals!

Zitronenfalter

Flatterhaft und gelb beflügelt
Fliegt er munter ungezügelt
Meistens in der Sommerzeit,
schöne Flatterhaftigkeit!

Hier ein Klee dort eine Rose
Oh die Flatterhaftigkeit, die lose.
Rüssel eingetaucht und fort
Niemals lang an einem Ort.

Flügel auf – und zugeklappt,
daß ihn nur kein Vogel schnappt,
flattern und genüßlich ruhen
hätt er sonst noch was zu tun?

Ungeduldig schaut man hin.
Gibt es für den Namen Sinn,
es erwartet jedermann,
ob so ein Zitronenfalter
auch Zitronen falten kann?

Donnerstag, 25. November 2010

Das letzte Blatt

Nichts verstanden

Oder das letzte Blatt


Als Fähnlein hatte es geweht
dort in des Baumes Höh
als wollt es sagen: “bitte seh
der Wind tut mir nicht weh.

Doch schnell bestraft der Übermut,
der Wind hat ´s bös erfaßt
heraus zu fordern war nicht gut,
der Wind dies nun mal haßt.

Er trieb das Blatt so vor sich her,
verwirbelt ´s, läßt es fliegen.
Ein Blatt ist schließlich auch nicht schwer
und bleibt deshalb nicht liegen.

Der Wind jedoch zur Wut entfacht
treibt ´s hoch hinaus , das Blatt,
das vor Vergnügen tanzt und lacht
und seine Freude hat.

So treibt ´s dem Untergang entgegen,
ganz freudig, weil es nicht erkennt,
daß jemand, der so hoch verwegen
dem Ende stracks entgegen rennt!

Mittwoch, 24. November 2010

Hilfreiche Hand

Am Rande einer Klippe stehen
Tief unten brauset es und tobt
Die Hand greift was dir Halt noch bot
Beim Schaudern in den Abgrund sehen.

Und Schwindel faßt beim Anblick dich
Wind pfeift und drängt dich an den Rand
Du rutscht - doch eine helfend Hand
Greift und zieht hinan zu sich.

Wie viele stehen so am Rand
Der Lebensabgrund tut sich auf
Es nähme schrecklichen Verlauf
Wär da nicht manche helfend Hand.

Zum Schutz und Trutz sie hingereicht
Denn Liebe sie verpflichtet hat
Erscheint sie manchmal schwach und matt
Hebt sie doch an - ganz federleicht!

Wurm

„Es wurmt mich,“ sprach ein kluger Mann,
„daß ich nicht alles weiß noch kann!“
Soweit das diesen Spruch angeht
denkt man für ihn ist es zu spät.

Als Beispiel sei hier angeführt
der Apfel, der einst aufgespürt
Von dem Insekt, das ganz geschwind
Ein Ei ablegt. Und schon beginnt
das Leben einer fetten Made,
doch um den Apfel ist es schade.
Die Made frißt sich nach und nach
durch dieses köstliche Gemach.
Wird dann die Frucht vom Baum gepflückt
ist der Genießer nicht entzückt:
da ist ein Wurm drin, ekelhaft
Er wird samt Apfel weg geschafft.

Wenn also unser Mann so spricht,
es wurmte ihn, versteht er nicht,
daß, ist ein Wurm in einem drin,
hat ´s ganze Wissen keinen Sinn!