Montag, 7. März 2011

Lieber nicht...

Sich zu verlieben ist so leicht,
die Glückshormone schweben,
man denkt nicht dran, daß es vielleicht
zur Katastrophe führt, zum Beben

in dessen Folge es passiert,
daß eine Welt zusammenbricht.
man aus der Bahn geworfen wird
und man versteht das Ganze nicht.

Bist du verwundbar für den Pfeil,
der in Amors Köcher steckt,
dann flieh hinweg mit großer Eil´
bevor er dich dahin gestreckt.

Nichts auf der Welt bringt mehr Verdruß
als die verspielte Liebelei.
Vermeide besser Amors Schuß
sonst bricht dein Herz entzwei!

Nil oder Lippe

Ein Ganter und die Gans, die Liese,
vom fernen Nil zu uns gereist,
die äsen auf der Lippewiese
(so nennt man ´s, wenn die Gans mal speist)

Die Nilgans hier in unseren Breiten,
die hat man früher nicht gekannt.
Wir wollen nicht darüber streiten,
ob sie willkommen hier im Land.

Allein ihr Anblick bringt Erstaunen,
da sie fern ab vom Heimatfluß,
vielleicht bedingt durch Klimalaunen,
sie mit der Lippe sich begnügen muß?

Kann sein – im Land der Pharaonen -
daß man politisch sie getriezt,
und um ihr Leben zu verschonen,
sie im Asyl hier nun festsitzt?

Freitag, 4. März 2011

So war es... oder nicht?

So war es....oder nicht

Erinnerung ist wie ein Mahlstein, der rückwärts dreht.
Das Korn der Vergangenheit ist längst zerdrückt
im Rückwärtsgang kein Korn je wieder neu ersteht,
es rieselt nicht zum Trichter, der Sack wird auch nicht
neu bestückt.

So ist denn das, was neu entstanden Ergebnis der Vergangenheit,
man weiß, daß einstens war`s mal Korn,
die Früchte einer anderen vermeintlich besseren Zeit.
Zu Staube wurd ´s – kein Blick zurück im Zorn.

Ist das, was nun entstand nicht wichtig für das Brot des Lebens?
Wozu ist das Getreide denn gereift?
Es klammert mancher sich an die Erinnerung, vergebens –
weil er Vergangenheit geschönt und Gegenwart nicht mehr begreift.

Donnerstag, 3. März 2011

Vermeintliche Gedankenfreiheit

Wer glaubt, die Gedanken sind frei,
der hat sich gewaltig geirrt.
Was man so denkt, das einzig sei
was einem selber im Kopfe rumschwirrt.

Eindrücke sind es – das, was man erfahren,
gelernt von anderen, vom Leben sortiert
in komplizierten chemischen Verfahren
zu einem Gedanken „gezimmert“ wird.

Somit nicht frei und unabhängig,
im Käfig des jeweiligen Umfelds gefangen
unsichtbar freilich und deshalb gängig
mit dem Etikett Freiheit behangen.

Doch kein Gedanke entsteht aus dem Nichts
Alles hängt an allem - mit allem verknüpft
Nur ein Gemüt, ein einfaches, schlicht´s
Glaubt am Gedanken, der frei entschlüpft!

Mittwoch, 2. März 2011

Depressive Einsamkeit

Wie sie sich anfühlt, die Einsamkeit,
obgleich man nicht alleine ist?
Es ist wie ertrinken im Meer der Zeit,
das um dich herum wird leer gefischt.

Überall herrscht geschäftiges Treiben –
man holt ein volle Netze quirligen Lebens,
du wirst in den klatschenden Wellen verbleiben
denn deine Rufe nach Hilfe sind vergebens.

Und während man feiert den fetten Fang
erstirbt dir die Sehnsucht nach Rettung,
du wendest dich ab und es dauert nicht lang
verlierst du auch Lebensmut und Schwung.

Verständnislos sieht man von Fischerkähnen,
wie kampflos der Einsame sinkt.
Sie zucken die Achseln und erwähnen
nie mehr den Namen von dem der ertrinkt.

Dienstag, 1. März 2011

Was für eine Schaden?

Sie war eine Hunde-Dame
Mit viel Getue und Gehabe,
eine von und zu einer Rasse
und Frauchen fand sie richtig klasse.

Es gab einen Straßenköter,
ein Tunichgut und Schwerenöter.
Der hat ihr, weil nicht gut bewacht,
ein paar süße Welpen gemacht.

Da gab es Theater und Tadel,
denn die Kleinen waren nicht von Adel,
zwar war jedes für sich ein Schatz,
doch es gab keinen Schadenersatz!

Das hat das Frauchen erbost,
sie hat die Welpen verlost.
Die Hundedame indessen
hat ihr Kleinen längst vergessen!

Umgang mit Gevatter Hein

Dir ist es nicht recht, daß ich komme,
du hast nicht nach mir geschickt.
Doch war ´s mir egal ob ich fromme
oder ungläubige Leben geknickt.

Die Zeit, die dir zugemessen
läuft ab, darin schicke dich drein,
bisher hab ich niemand vergessen
und so soll es heute auch sein!

Doch ich will dir gnädig gestatten
durch Schlaf hin zur ewigen Ruh.
Ich sende dir dunkle Schatten
und nun mach die Augen zu!

Verzieh dich – ich will noch nicht sterben,
ich habe noch keine Lust,
du willst mir das Spiel hier verderben:
herunter von meiner Brust!

Der Tod glaubt er hat sich verhört.
Nie wagte wer sich zu widersetzten.
Erst war er gelähmt, dann so verstört,
daß er floh vor lauter Entsetzen.

Es empfiehlt sich dem Gevatter Hein
sofort von der Tür zu weisen.
Man läßt ihn besser gar nicht herein.
Soll er doch zu anderen reisen!