Es kreischen die Möwen vom Winde getrieben,
die Schwingen gebreitet in luftiger Höh´.
Ich schau ihnen zu – jedoch ich steh´
auf dem Boden, nur meine Gedanken fliegen
hinaus über des Horizontes Weiten,
beschränkt nicht von den irdischen Engen,
von den Lust verzehrenden Gesellschaftszwängen,
die mit widerstrebenden Gefühlen streiten.
Sich wiegen im Wind , sich treiben lassen,
der Freiheit frönen in vollen Zügen,
der Gesellschaft entfliehen mit deren Lügen,
die Welt zu umarmen, statt sie zu hassen.
Hingegen gibt ´s kein Entrinnen, Entfliehen,
Bewegung verharrt dort wo ich steh.
Dem Boden verhaftet – selbst wenn ich geh,
bleibt die Freiheit des Vogels vergeblich Bemühen.
Freitag, 11. März 2011
Verdauungs-Schwierigkeiten
Es liegt ein Stein ihm schwer im Magen,
um nach gierig Beuteschlingen
Verdauung unterstützend mitzutragen,
daß es in dem Gedärme-Trakt
sich nicht pfropfend, schmerzhaft staut,
in dem Geschlinge sich verhakt,
weil ´s nicht richtig durchgekaut.
Nur ein Mensch in dessen Bauch
niemals Nahrungsbrei gebullert,
fragt naiv warum wohl auch
beim Krokodil die Träne kullert!
um nach gierig Beuteschlingen
Verdauung unterstützend mitzutragen,
daß es in dem Gedärme-Trakt
sich nicht pfropfend, schmerzhaft staut,
in dem Geschlinge sich verhakt,
weil ´s nicht richtig durchgekaut.
Nur ein Mensch in dessen Bauch
niemals Nahrungsbrei gebullert,
fragt naiv warum wohl auch
beim Krokodil die Träne kullert!
Donnerstag, 10. März 2011
Guter Freund
Es ist schon so eine besondere Angelegenheit mit der Umgangssprache. Da ist von guter Butter die Rede, von echtem Bohnenkaffee und dem guten Freund. Die beiden ersten Begriffe stammen aus einer Zeit der Mangelwirtschaft: man wollte betonen, daß es sich tatsächlich um Butter handelte und nicht etwa um irgendein Streichfett, das als Ersatz herhalten mußte.
Das Gleiche galt für Kaffee, der aus Bohnen gewonnen wurde und mit dem Muckefuck gerösteter Getreidesorten rein gar nichts zu tun hatte. Man wollte Gutes und Echtes servieren und damit auch besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringen z.B. für einen willkommenden Gast. Guter Freund hingegen paßt hier rein gar nicht in die Vorstellungen. Entweder man ist ein Freund... oder eben nicht, dazu bedarf es nicht erst des Attributes „gut“.
Im Gegensatz zum Beispiel zu Verwandten oder Nachbarn sowie zu Zufallsbekanntschaften kann man sich die Freunde aussuchen... wenn man denn von den betreffenden Personen auch als solcher akzeptiert wird. Hier spielt also die Gegenseitigkeit eine wichtige Rolle.
Daraus kann man messerscharf schließen: ich habe keine Freunde! Nicht, weil ich das nicht wollte sondern der Gegenseitigkeit wegen, man traut mir nicht über den Weg, womit die Basis einer Freundschaft definitiv entzogen ist. Es liegt also an mir, womit die oberflächliche Ursachenforschung überflüssig wird. Meine innere Tiefe gibt sich damit aber nicht zufrieden.
Warum? Also warum ist das so? Diese Stimme in mir nervt. Immer wenn ich antworte: ich weiß es nicht, schon quengelt sie weiter: „Dann bemühe dich um Antwort“! Bemühen! Die hat gut reden! Ich bin kein Psychologe, der meinen Charakter erst seziert, um dann festzustellen, daß der nicht taugt. Hier ist fremde Hilfe wohl eher gefragt. Ein Bekannter von mir ist Seelenklempner... das klingt despektierlich aber ich habe dafür meine Gründe ihn so zu bezeichnen. In einer schwachen Stunde ließ ich mich zu einer Sitzung verleiten. Warum kommst du zu mir... aus welchem Anlaß, fragte er scheinheilig.
Ich habe Minderwertigkeitsgefühle, sagte ich etwas verschüchtert. Die Sitzung dauerte drei Stunden, der gesamte Ablauf kann hier nicht berichtet werden, weil der angeblich der ärztlichen Schweigepflicht unterliegt.“ Nun?“ fragte ich gespannt nach dem Analyse –Resultat. Mein Seelendoktor schmunzelte:“ Du hast keine Minderwertigkeits-Komplexe,
du bist minderwertig, konstatierte er. Aha, das also ist des Pudels Kern! Nie mehr Psychologie, das erschreckt. Ich habe mich deshalb der Philosophie verschrieben. Nicht weil ich ein nachdenklicher Mensch bin, der den Dingen auf den Grund gehen will... nein es ist eher ein simpler Antrieb: Philosophie ist ganz einfach. Meine Gedankengänge gehen dahin:
Et iss wie et iss, und es kütt wie et kütt. (Der aufmerksame Leser wird erkannt haben, daß ich mindestens zwei Sylvester in Köln überstanden habe) Da sind alle „gute Freunde“, Freundschaft ist in Köln Lebensziel, da wäscht eine Hand die nächste., ganz ohne Klüngel.
Übrigens ihr braucht mich nicht bemitleiden, denn ab sofort habe auch ich einen guten – ach, was sag ich – einen besten Freund. Ganz recht, es ist der Seelenklempner. Freundschaft ist schön, glaubt es mir!
Das Gleiche galt für Kaffee, der aus Bohnen gewonnen wurde und mit dem Muckefuck gerösteter Getreidesorten rein gar nichts zu tun hatte. Man wollte Gutes und Echtes servieren und damit auch besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringen z.B. für einen willkommenden Gast. Guter Freund hingegen paßt hier rein gar nicht in die Vorstellungen. Entweder man ist ein Freund... oder eben nicht, dazu bedarf es nicht erst des Attributes „gut“.
Im Gegensatz zum Beispiel zu Verwandten oder Nachbarn sowie zu Zufallsbekanntschaften kann man sich die Freunde aussuchen... wenn man denn von den betreffenden Personen auch als solcher akzeptiert wird. Hier spielt also die Gegenseitigkeit eine wichtige Rolle.
Daraus kann man messerscharf schließen: ich habe keine Freunde! Nicht, weil ich das nicht wollte sondern der Gegenseitigkeit wegen, man traut mir nicht über den Weg, womit die Basis einer Freundschaft definitiv entzogen ist. Es liegt also an mir, womit die oberflächliche Ursachenforschung überflüssig wird. Meine innere Tiefe gibt sich damit aber nicht zufrieden.
Warum? Also warum ist das so? Diese Stimme in mir nervt. Immer wenn ich antworte: ich weiß es nicht, schon quengelt sie weiter: „Dann bemühe dich um Antwort“! Bemühen! Die hat gut reden! Ich bin kein Psychologe, der meinen Charakter erst seziert, um dann festzustellen, daß der nicht taugt. Hier ist fremde Hilfe wohl eher gefragt. Ein Bekannter von mir ist Seelenklempner... das klingt despektierlich aber ich habe dafür meine Gründe ihn so zu bezeichnen. In einer schwachen Stunde ließ ich mich zu einer Sitzung verleiten. Warum kommst du zu mir... aus welchem Anlaß, fragte er scheinheilig.
Ich habe Minderwertigkeitsgefühle, sagte ich etwas verschüchtert. Die Sitzung dauerte drei Stunden, der gesamte Ablauf kann hier nicht berichtet werden, weil der angeblich der ärztlichen Schweigepflicht unterliegt.“ Nun?“ fragte ich gespannt nach dem Analyse –Resultat. Mein Seelendoktor schmunzelte:“ Du hast keine Minderwertigkeits-Komplexe,
du bist minderwertig, konstatierte er. Aha, das also ist des Pudels Kern! Nie mehr Psychologie, das erschreckt. Ich habe mich deshalb der Philosophie verschrieben. Nicht weil ich ein nachdenklicher Mensch bin, der den Dingen auf den Grund gehen will... nein es ist eher ein simpler Antrieb: Philosophie ist ganz einfach. Meine Gedankengänge gehen dahin:
Et iss wie et iss, und es kütt wie et kütt. (Der aufmerksame Leser wird erkannt haben, daß ich mindestens zwei Sylvester in Köln überstanden habe) Da sind alle „gute Freunde“, Freundschaft ist in Köln Lebensziel, da wäscht eine Hand die nächste., ganz ohne Klüngel.
Übrigens ihr braucht mich nicht bemitleiden, denn ab sofort habe auch ich einen guten – ach, was sag ich – einen besten Freund. Ganz recht, es ist der Seelenklempner. Freundschaft ist schön, glaubt es mir!
Mittwoch, 9. März 2011
Immer weiter...
Von der Bücke blicke ich
auf des Flüßchens ruhigen Lauf,
es bilden unten Wirbel sich,
Widerstände gibt ´s zu Hauf.
Ach, die Hemmnisse im Streben,
in dem Fließen in dem Wallen,
sind wie die im wahren Leben,
sind des Vorwärtsdrängens Fallen.
Nur der Fluß kann es ertragen.
Seine Wasser stehen nicht still,
Vorbild für die Lebensfragen,
gilt der Satz dort auch: „ich will“.
Lernen von des Flusses Drängen,
nicht am Widerstand verzagen
trotz der vielen Lebensengen:
das will mir der Fluß heut sagen!
auf des Flüßchens ruhigen Lauf,
es bilden unten Wirbel sich,
Widerstände gibt ´s zu Hauf.
Ach, die Hemmnisse im Streben,
in dem Fließen in dem Wallen,
sind wie die im wahren Leben,
sind des Vorwärtsdrängens Fallen.
Nur der Fluß kann es ertragen.
Seine Wasser stehen nicht still,
Vorbild für die Lebensfragen,
gilt der Satz dort auch: „ich will“.
Lernen von des Flusses Drängen,
nicht am Widerstand verzagen
trotz der vielen Lebensengen:
das will mir der Fluß heut sagen!
Klein und giftig
Den Namen hat man ihr gegeben,
wenngleich der auch nicht richtig ist.
So muß die Spitzmaus damit leben,
obwohl sie Proteine frißt.
So kann der Mensch sich also irren:
nur weil sie Mäusen ziemlich ähnlich
ist ´s zoologisch zum Verwirren
und die Namensgebung dämlich.
Die Spitzmaus ist fürwahr kein Nager
und hat mit Mäusen nichts gemein,
ist auch ihr Kopf zum End´ hin mager,
so kann sie trotzdem giftig sein!
Ihr Speichel ist ein schlimmer Mix,
sie ist als einziger Säuger giftig,
genannt wird dieses B L T X,
das für den Beutefang sehr wichtig.
*
So ist sie eben, die Natur,
die immer einen Ausgleich schafft:
ist man so klein von der Statur,
gibt Giftigkeit den Kleinen Kraft!
wenngleich der auch nicht richtig ist.
So muß die Spitzmaus damit leben,
obwohl sie Proteine frißt.
So kann der Mensch sich also irren:
nur weil sie Mäusen ziemlich ähnlich
ist ´s zoologisch zum Verwirren
und die Namensgebung dämlich.
Die Spitzmaus ist fürwahr kein Nager
und hat mit Mäusen nichts gemein,
ist auch ihr Kopf zum End´ hin mager,
so kann sie trotzdem giftig sein!
Ihr Speichel ist ein schlimmer Mix,
sie ist als einziger Säuger giftig,
genannt wird dieses B L T X,
das für den Beutefang sehr wichtig.
*
So ist sie eben, die Natur,
die immer einen Ausgleich schafft:
ist man so klein von der Statur,
gibt Giftigkeit den Kleinen Kraft!
Dienstag, 8. März 2011
Bloß nichts ändern...
Halten, halten,
festhalten am Alten,
dem Neuen im Leben
keine Chance geben.
Nein, halten,
alles so verwalten.
Es soll bleiben, wie ´s war
weiterhin jedes Jahr.
Für neue Wege
gibt ´s keine guten Belege,
bewahren – erhalten,
denn Neues gestalten
bringt unruhige Zeiten.
Wir wollen nicht streiten,
wir wollen beharren!
*
Und so bleibt der Karren
stecken im Dreck.
Nicht hinsehen,
wir gucken einfach weg!
festhalten am Alten,
dem Neuen im Leben
keine Chance geben.
Nein, halten,
alles so verwalten.
Es soll bleiben, wie ´s war
weiterhin jedes Jahr.
Für neue Wege
gibt ´s keine guten Belege,
bewahren – erhalten,
denn Neues gestalten
bringt unruhige Zeiten.
Wir wollen nicht streiten,
wir wollen beharren!
*
Und so bleibt der Karren
stecken im Dreck.
Nicht hinsehen,
wir gucken einfach weg!
Saupark-Nachwirkung
In Springe, im Saupark,
braucht man keinen „Riecher“,
da kann man sie schnuppern,
die Sauen, die Viecher.
Doch manchem Betrachter
ist das völlig schnuppe,
Bekanntschaft macht er
mit dem Geruch jener Suppe,
die stark belastet
mit MAGGI- Gewurz.
Davon man erst hastet,
läßt die Sau einen Furz.
So ist´s ein Erlebnis
im Saupark in Springe,
mit dem Ergebnis,
daß man nie eine Suppe
zur Tafel bringe,
die nach Sau riecht und schmeckt.
Die hätte man besser nicht aufgedeckt!
braucht man keinen „Riecher“,
da kann man sie schnuppern,
die Sauen, die Viecher.
Doch manchem Betrachter
ist das völlig schnuppe,
Bekanntschaft macht er
mit dem Geruch jener Suppe,
die stark belastet
mit MAGGI- Gewurz.
Davon man erst hastet,
läßt die Sau einen Furz.
So ist´s ein Erlebnis
im Saupark in Springe,
mit dem Ergebnis,
daß man nie eine Suppe
zur Tafel bringe,
die nach Sau riecht und schmeckt.
Die hätte man besser nicht aufgedeckt!
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