Dienstag, 4. September 2012

Flugwetter



Brummt nur ihr Flieger hoch im Blau,
da keine Wolke sich entgegenstellt
und ungestört der Blick auf unsere kleine Welt,
die unter euch sich darstellt, so genau!

Dem Himmel scheinbar nah –
doch dieser Schein ist auch nur Trug.
Es bleibt ein winziger Erdenflug,
wenngleich auch das Gefühl erhebend war.

So dankt ihr Flieger eurem Wettergott,
der dies Erleben heute möglich macht
und gebt auf eure Landung acht,
daß alles heil bleibt und das Fluggerät
nicht Schrott!

Ganz entspannt: Flirt mit einer Putte


Leicht beschattet, halb verdeckt
durch Strauchwerk und durch Blütenstand,
steht eine Putte wie versteckt
im Winkel an dem Gartenrand.

Im Deckchair legt´ ich mich zur Ruh´,
um die Natur hier zu genießen.
Da war ´s als lächle sie mir zu
leicht abgewandt mich zu begrüßen.

Sie bietet einen Korb mit Trauben,
den sie mir scheints entgegen hält.
die Fantasie kann ´s mir erlauben:
belebt das Traumbild starrer Puttenwelt.

Ich nicke dankend ihrem Gruß
und bilde mir inzwischen ein,
der Wein in meinem Glas, ein kühl Genuß,
könnte von ihren Trauben sein.



Montag, 3. September 2012

Ist der Weg das Ziel?


Das Unglaubliche – wann wird ´s getan?
Das ewig Göttliche – wann fängt das an?
das Unaussprechliche – wann wird ´s gesagt?
das Langersehnte – warum wird ´s vertagt?

Nur Fragen – doch Antwort wird nicht gegeben.
Warum nur? – der Mensch muß ewig nach streben!

Gendefekt



Ich habe heute es gelesen:
bei Mäusen, bei denen das
Riechen gewesen,
mit anderen Worten das Organ
deformiert,
was manchmal auch bei
Menschen passiert,
ein Gen, das offenbar neu entdeckt,
eingefügt wird und heilt den
Defekt!

Zu schön, was Wissenschaftler
hinkriechen*
bald heißt es nicht mehr:
ich kann dich nicht riechen,
sondern du stinkst mir
und zwar dermaßen,
kann deine Gegenwart nur
noch hassen!

*(sächsisch)

Wahrheit schmerzt



Mühe gebe ich mir tüchtig
jedem Anspruch zu genügen;
bin ich nahezu doch süchtig
gute Kritiken zu kriegen!

Mühe – ohne das Talent
ist im Grunde eher vergeblich.
Aber wenn ich ´s besser könnt´
wär ´s Bemühen nicht so erheblich.

Bitte lest, was ich verfaßt,
doch zerstört nicht Illusionen.
Leute sind mir sehr verhaßt,
die mich vor Kritik nicht schonen.

Laßt mir meine heile Welt,
lobt mich ruhig mit einer Lüge
auch wenn etwas nicht gefällt.
Ich vertrage keine Rüge!

Sonntag, 2. September 2012

Frühherbst



Der Herbst zieht ein.
Die Sommerwohnung ist verlassen,
die Bäume kleiden farbig sich neue ein
die hellen Sonnentage nun verblassen.

Was hilft ´s den lauen Lüften nachzutrauern?
Ein frischer Wind bläst sie davon.
Allein es wird wohl noch ein Weilchen dauern
doch warten graue Nebelschleier schon!

Des Lebens Meisterschaft


Wer lachend durch das Leben zieht,
behutsam jeden Griesgram flieht
und lächelnd allen Streit vermeidet,
der wird mit vollem Recht beneidet.

Wenn dieses ein Mensch stetig schafft
gebührt ihm wohl die Meisterschaft
als Lebenskünstler, der inmitten
von der Gesellschaft wohlgelitten.

Getragen von viel Sympathie
erregt dies seine Fantasie.
Er glaubt als ew´ger Optimist,
daß jeder ihm gewogen ist.

Doch übersieht er dabei leider
es gibt in dieser Welt auch Neider.
Und weil er dieses dann auch spürt
hat ihn der Teufel schnell verführt.

Mit Freundlichkeit, die aufgesetzt,
er gegen diese Leute hetzt.
Auch darin zeigt er Meisterschaft.
Er ist ein Mensch – er hat ´s gerafft!