Montag, 9. Juni 2014

Abnutzungserscheinung



Nutzen sich Gefühle ab wie eine scharfe Messerklinge,
die man in täglicher Routine braucht, umginge
damit in gedankenloser Selbstverständlichkeit,
sich eher verwundert, wenn sie keine Schneidigkeit mehr zeigt?

Gefühle – werden sie im Zeitenablauf stumpf
im Alltäglichen verpackt, nicht wahrgenommen. Dumpf
der Umgang mit der allerköstlichsten Himmelsgabe?
Oh, Narr, verschwende töricht nicht, was Geist und Seele labe!

Sonntag, 8. Juni 2014

Lichtgestalten



Ich halt` nicht viel von Lichtgestalten,
verbinde sie mit den Visionen,
mußten schon für Prophetie herhalten,
Geistgestalten, die im Himmel wohnen.

Strahlend sie und engelsgleich
und mit Fantasie beflügelt
rauschen sie vom Himmelreich
erdennah und ungezügelt.

Seitdem gibt es auf der Erden
strahlumkränzte Menschenkinder,
die verehrt, umjubelt werden,
sehr zur Freude der Erfinder,

die durch Medien gestützt,
Lichtgestalten produzieren,
was nur den Profiten nützt,
denn man will doch abkassieren!

Wer den Sternchen und den Stars
jubelnd aus der Menge winkt,
bald erkennen wird, das war ´s,
wenn die „Lichtgestalt“ versinkt.

Menschen sind ´s – Fehler behaftet,
den NORMALEN man verzeiht,
doch die Lichtgestalt, beschattet,
verschwindet in der Dunkelheit!

Samstag, 7. Juni 2014

Einfach schön


Die Uhr schlägt sechs und stimmgewaltig
ertönt ein lieblich Amselsang,
der meine Gartenwelt erfüllt,
mit werbendem, melodisch Klang.

Was kleinen Kehlen so entlockt
ist ´s der Physik des Strömens abgerungen.
Wie fühle ich mich klein, beschämt,
wenn ich mit meiner ganzen Fülle
nicht einmal halb so schön gesungen!

Kein Eigentum


Der Mensch hat gar kein Eigentum,
höchstens Besitz, den er verwaltet.
Selbst was sein Geist kreiert, veraltet
und damit auch der einst´ge Ruhm.

Das Eigentum..an wem, an wessen?
Kannst ´s nicht wie den Besitz erwerben
Einbildung ist ´s, denn Eigentum endet
mit dem Sterben
der Erd allein ist alles eigen – schon vergessen?

Ich seh Juristen schon die Köpfe schütteln,
Anspruch sei auch ein Teil von Eigentum,
sonst würden alle Testamente ruh´n,
an Jurisprudenz sei nicht zu rütteln.

Und doch, auch Recht ist nicht vollkommen.
Eigen heißt nur selbstgehörig,
wenngleich auch diese Ansicht töricht:
zu Erde wird, was dieser einst entnommen!

Freitag, 6. Juni 2014

Sieht gefährlich aus



Gespinst-Motten Raupen
sind ein Graus.
Sie sehen sehr gefährlich aus,
und hüllen Bäume ein wie Netze
und niemand da, der sie zerfetze!
Nicht einmal Vögel wollen die Maden,
gefräßig sie den Blättern schaden.
so zwei Millionen sind am Baum,
doch schaden könne sie ihm kaum.
Wenn aus der Raupe wird ´ne Puppe,
ist es dem Baum dann reichlich schnuppe.
Er bildet weiterhin auch Blätter
und braucht den Menschen nicht als Retter!

(für tiergeschichten.de)

Wie man es sich so hinbiegt


Ich gieß die Blumen in dem Garten,
es ist nun fast schon Sommerzeit.
Bei Trockenheit können sie ´s erwarten,
sonst gehen sie ein, das tät mir leid.

Sie sehen mich mit der Kanne kommen,
in Blumensprache sprech ich sie an,
denn Pfingsten ist ´s und all die frommen
Gemüter haben „fremde Zungen“ dann.

Wie die Apostel und die Jünger
zum jüdisch Pfingstfest* sind gekommen,
beim Hl. Geist als frommer Dünger
kostenlos Sprachunterricht genommen.

So steht ´s im Neuen Testament.
Ganz unhaltbar die Fantasie,
und da man das nicht glauben könnt,
ist hilfreich hier die Theologie.

Man spricht in diesem Fall von Sendung,
die „fremden Zungen“ nur symbolisch,
zum Christentum die Hinwendung
sollt sprachumfassend sein katholisch.

Ich liebe Biblische Berichte,
sie bieten jeden Freiraum an
sich hinzudrehen die Geschichte,
für Dumme, Kluge, jedermann.

So glaube ich denn voll Entzücken,
daß ich mit Pflanzen reden kann:
sie mich verstehen...und beim Bücken
hör ich sie „danke“ sagen dann.

So lieblich geht es Pfingsten zu:
tue Buße, so wie angesagt,
üb mich in „fremder Zunge“ noch dazu
und auch mein Geist ist dann gefragt!

*das Christliche Pfingstfest wurde erst 130 Jahre
nach Christus eingeführt. Gehet hin in alle Welt...
und schämt Euch ob der Lügen!

Donnerstag, 5. Juni 2014

Schmetterlinge


Der Schmetterling, die „Butterfliege“,
erzeugt beim Dichter schnell Reflexe,
denn kein Poet, der drüber schriebe,
wär´ häßlich er wie eine Hexe.

Der Sommer kommt, mit ihm die Falter
von Blüt´ zu Blüte flattern sie –
von jung bis reif im Männeralter
beflügeln sie die Fantasie.

Zitronenfalter, Schwalbenschwanz
Kohlweißling oder Admiral,
das Aug´ entzückt von all dem Glanz
und von der Farbpracht allemal.

Doch Gaukler nur für kurze Zeit.
Das Flatterhafte hält nicht an.
Machen die Raupen sich erst breit,
erinnert sich niemand mehr daran.

Und Schmetterlinge, die im Bauch
so kribbeln, flattern ungestüm,
verschwinden eines Tages auch,
wird man um sie sich nicht bemüh´n!

(für tiergeschichten.de)