Freitag, 8. August 2014

Gedankenfetzen



Es flog ein bunter Schmetterling
auf den Hortensien-Blüten-Ball.
Wie er da flügelklappend hing
so um das ein ums andere Mal,
da habe ich bei mir gedacht,
warum ein wehrlos, zart´ Gebilde
so unklug auf sich aufmerksam macht,
Was führt er dabei denn im Schilde?

Ich kam ihm sehr bald auf den Trichter:
Er möchte Aufsehen, ungeteilt,
genauso wie ich selbst als Dichter
von Lob zu Lob ich gern geeilt!
Auch ich, verletzlich Seelen-Ding,
dem unbeschriebenen Blatt abhold,
ganz öffentlich mit dem umging,
was nicht gefordert, nicht gewollt.

Ich liebe bunte „Butterfliegen“,
die sich auf Blüten niedersetzen
und gleichfalls keinen Beifall kriegen,
wie ich, mit den Gedanken-Fetzen!

Donnerstag, 7. August 2014

Offensichtlich nicht



Liegt ´s auf der Hand,
ist ´s zu begreifen,
denn nur Konkretes findet
den Verstand

Den Frieden kann man
nicht auf Händen tragen,
deshalb erübrigt sich
zu fragen

Warum er keine Heimat
fand.
Zu sehr abstrakt für
den Verstand!

Mittwoch, 6. August 2014

den türspalt öffnen

im keller der vergangenheit
ist viel vergessenes einglagert
ein spaltbreit nur die tür geöffnet
stößt manm auf unbrauchbares
aufbewahrt um es irgendwann
wieder hervorzukramen
irgendwann aber kam niemals
so stapelt man vergangenheitsmüll
zwischen wundervollen erinnerungen
die erst freigelegt werden müssen
ein schmuddeliger teddy...
kindertage
alter kassettenrecorder
musikalische traumwelt
Koffer
zaubert sonne und meeresrauschen
vergilbte bilder rutschen entgegegen
auferstehung längst verstorbener
handgeschriebene liebesbriefe
intim verschnürt
sagen nicht daran rühren
alles verschüttet und zugemüllt
aber es existiert
öffne die tür des vergessens
und steige über die hinterlassenschaft
unliebsamer vergangenheit!

Dienstag, 5. August 2014

Lebensretter

(für tiergeschichten.de)

Das wär´ für Braunbären wohl ein Fest
denken Besucher im Zoo von Budapest!
Eine Krähe wollt sich am Wassergraben
der Hitze wegen wohl einfach laben.
Sie fiel hinein, doch all Bemühen
sie konnt´ sich selbst nicht aus dem Wasser
ziehen.
Sie rappelte und zappelte in großer Not
und sah vor Augen schon den Tod.
Ein Braunbär sah das Federvieh,
fischt es heraus – und niemals nie
hätt man gedacht, daß dieser Bär
ein hilfreich Lebensretter wär.
Nicht abgemurkst hat er die Krähe:
ein echtes Vorbild, wie ich ´sehe!

geschehen und gefilmt im Internet

Unglaubwürdig


Ich pflege mich abends nicht in der Kneipenszene herumzutreiben, denn ich bin ein Couchpotatoe, der es vorzieht sich am Puschenkino zu erfreuen, sofern es dort Erfreuliches gibt. Doch eines Tages klingelte bei mir das Telefon. Ein Freund war am Apparat, der aufgelöst um meine Hilfe bat. Freunde darf man nicht im Stich lassen, also versuchte ich herauszufinden, wo denn der Schuh bei ihm drückte. „Kann ich dir am Telefon nicht sagen flüsterte er sehr aufgeregt. Komm in die „DREI KRONEN“ aber beeile dich, ich weiß einfach nicht weiter!“
Raus aus den Puschen, rein ins Jackett und im Eilschritt in die nahe Kneipe. Freunden hilft man, wenn man es kann. Die Gaststätte war nahezu leer aber in einer dunklen Ecke saß mit dem Rücken zur Theke mein Freund wie zusammen gekauert. Ich nahm Kurs auf ihn. „was ist los,“ fragte ich schon bevor ich seinen Tisch erreichte.
„Meine Frau hat mich rausgeschmissen,“ meinte er verzweifelt. „ich weiß nicht, wo ich heute übernachten soll...so wie ich aussehe und fast ohne Geld!“
Da bemerkte ich, daß er kein Oberhemd anhatte und sein Jackett lediglich das Unterhemd kaschiert. Auch war er barfuß. Eine Gestalt des Jammerns.
„Was ist denn der Anlaß für ein derartiges Ausrasten deiner Frau. Ich kenne sie nur als liebenswürdiges und attraktives Wesen“, warf ich ein. Nichts als hysterisch ist sie!“ schnauzte er. „Erzähl,“ munterte ich ihn auf. Und so begann die Ehetragödie:
„ Du weißt, daß ich abends gerne noch spazieren gehe, wenn meine Frau zum Kegeln ist. Da hörte ich ein Stimmchen ganz in meiner Nähe: ich bin hungrig, gib mir etwas zum Essen. Ich blickte um mich, da bemerkte ich einen Frosch. stell dir vor: ein Frosch, der zu mir spricht!! „Ich habe nichts dabei,“ antwortete ich, “aber ich nehme dich mit nach Hause, da kannst du deinen Hunger stillen.“ Gesagt getan. Nachdem der Frosch einige Bröckchen genossen hatte, bat er: „ich bin müde, nimm mich mit in dein Bett!“
Kann man einem hilflosen Wesen eine so geringe Bitte abschlagen? Es geschah also.
Plötzlich gab es eine Erschütterung und der Frosch verwandelte sich in eine wunderbar attraktive nackte Blondine...eine Figur sag ich dir...wirklich toll einmalig.“ Er begann zu schwärmen.
„Plötzlich und unerwartet ging die Tür auf und meine Frau erschien, das Kegeln war ausgefallen. Ich versuchte zu erklären, von wegen es ist nicht so, wie es aussieht,
habe nur helfen wollen. Hat aber nichts genutzt...ihr kognatives Erlebnis ließ sie in Hysterie ausbrechen. Das Ergebnis kennst du nun.
Natürlich durfte mein Freund die Nacht bei mir verbringen! Man hilft sich doch!

Es vergingen mehrere Wochen bevor ich wieder von ihm hörte bzw. ich ihn traf.
Habe ich erwähnt, daß ich ein durchaus gut aussehender Mittdreißger bin?
Wenn nicht, so wundert euch auch nicht, daß ich eng umschlungen eine wirklich
sehr hübsche Dame spazieren führte.
Mein Freund steuerte wutentbrannt auf mich zu. „Du falscher Fuffziger, so was nennt sich nun Freund, du bist ein echtes Miststück, dich an meine Frau heranzumachen!“
„Es ist nicht so wie es aussieht,“ versuchte ich den Wütendem zu erklären, „weißt du ich ging gerade spazieren an der Stelle wo auch du den Frosch aufgelesen hast, da hörte ich ein Stimmchen...
Ja, verdammt noch mal...ich bin doch nicht unglaubwürdiger als mein ehemaliger Freund! Was sagt ihr denn dazu... ihr kennt mich doch!

Montag, 4. August 2014

Nicht schweigen


Wie aus einer Quelle schöpfen
erquickliches Gedankengut

wär ´s vergönnt mir, oh, wie hätt´ ich
Freude dran und Lebensmut

doch je tiefer ich auch gründe
in des Daseins Fluß-Geschehen

trüb ´s sich ein – ein klarer Grund
nicht vergönnt mir ihn zu sehen.

Sag mir, geht ´s dir ebenso
beim Betrachten Völkisch-Tun?

Wenn ja, so schrei ´s wie ich heraus,
laß es nicht auf sich beruhen!

Zu teuer für die Menschheit

(für tiergeschichten,de)

Der Asinus, mein Eselfreund,
nun auch schon lang nicht mehr erscheint!
Ist er verschwunden, gar gestorben,
hat was die Laune ihm verdorben?
Sind Esel, sagt man, nicht mehr in?
Sie stecken doch in jedem drin!
Deshalb ist ein Eselabenteuer
uns Menschen auch nicht ganz geheuer.
Ich will es mal beim Namen nennen:
zu peinlich ist das Selbsterkennen.
Vergi(p)b ´se, Herr, ist die Devise,
Zement zu teuer, grad für diese!!