Donnerstag, 4. Dezember 2014

Klüger als gedacht

Wenn jemand eine „Meise“ hat,
meint man er hat nicht alle Latt´
am Zaun. Der Ornithologe nimmt
dies krumm,
denn Meisen sind durchaus nicht dumm!
Was sie lernen und erfahren
in ihren kurzen Lebensjahren
tradieren Meiseneltern schon
auf die nächste Generation.
Die Wissenschaft hat dies entdeckt,
was in den Meisenköpfen steckt.
Gar mancher Dummkopf muß sich schämen
und KOHLMEISEN sich zum Vorbild nehmen.

(für tiergeschichten.de)

Ironie mit Selbstbezug


Ach ich klage unverdrossen
über jene Zeitgenossen,
die mein dichterisch´ Genie
so verkennen und dann nie
sich in Lobreden ergehen.
Folge ist: mein Geist in Wehen
leidet schwer an dem Gebären
von Gedichten, die gut wären
und die Kritiker entzückten.
Leider sind ´s nur die verrückten
Kritiker, die all das Schlechte
sehen, das ich nicht sehen möchte!
Also lautet mein Beschluß:
ICH BIN DER EINZIGE KRITIKUS,
der sich selbst autorisiert
durch die lyrische Landschaft führt!
Wenn dieses jetzt ironisch scheint,
ganz recht, so war es auch gemeint!

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Politikwandel


Wandel – ist es Neubeginn, ist ´s Umkehr,
ein Weiterso mit Änderung die marginal?
Wem immer diese Wort entfährt meint eher
den Versuch mit Hinblick auf ein zweites Mal.

Der Wandel, häufig schon herbei geschworen,
ist ehrlich nur, wenn Umbruch ist gemeint.
Jedoch wer Umbruch predigt, hat bereits verloren
weil Umbruch in sich Unruhe vereint.

Und weil die Ruhe „erste Bürgerpflicht“,
benutzt das Wandel-Wort man nur als Pflaster.
Denn Neubeginn, das will der Bürger nicht,
das wäre Risiko und dieses haßt er.

Dienstag, 2. Dezember 2014

zwei fragen


hässliches pfeifen
ein feuerball
glühend streuen
tödliche splitter umher
wer hört noch den knall?
die toten nicht mehr
nur noch geschrei
verstümmelter körper

vorweg meine frage:

WOLLT IHR DAS?

und im nachhinein die frage:

HABT IHR DAS GEWOLLT?

Man muß nur damit anfangen

Besinnlichkeit – welch schönes Wort,
beschreibt ´s das Insichgehen und Besinnen.
Es nimmt die Hektik aus dem Alltag fort
sofern wir nicht nur reden sondern mit beginnen.

Und seltsam friedlich wirkt ´s auf das Gemüt.
Die Einkehr führet hin zu ungeahnter Sanftheit,
die eingeengt in jedem Herzen dennoch blüht
und auf Entfaltung hofft zur rechten Zeit!

Wintereinzug





Der Winter hat es geschafft. Ganz leise
schlich er sich ein in dieser Nacht.
Blies aus dem rauhen Osten her mit Macht
Eisfrost an Bäume, tonnenweise.

Der Schnee blieb aus –die weiße Pracht,
der Schrecken aller im Verkehr,
trieb sich woanders rum. Mehr
und mehr hat Klimawandel dies vollbracht.

Vermutlich wird’s in flacheren Regionen
auch keine „Weiße Weihnacht“ geben.
Mach einer möchte diese gern noch erleben,
sich mit wehmütigen Erinnerungen belohnen

Montag, 1. Dezember 2014

Gold wohin man schaut


Ein Blick aus dem Fenster in den Garten:
der Rasen ist mit Gold bedeckt
als wär das Rumpelstilzchen-Märchen
zum neuen Leben hier erweckt!
Man muß nicht länger drüber raten:

Der Ginkgo hat ´s sich überlegt,
war sein gelb-goldenes Blätterkleid
in der Dezembernacht so leid,
hat ´s vom Geäst hinab gefegt.

Die Kahlheit mag nicht konvenieren.
Er zahlt dem Spätherbst den Tribut,
trägt weder ein Toupet noch Hut,
wie Menschen, die den Haarausfall
kaschieren.