Montag, 13. Juni 2016

Empfindungen im Alter



Es ist als wenn man dieser Welt
schon nicht mehr angehörte,
nicht Teil mehr der Veränderung
als wenn der Körper sich verschwörte
und auch der Kopf nicht folgt dem neuen Schwung.

Ist ´s, daß die früheren Regeln ausgesetzt,
daß nach Empfinden andere Bahn´ gegangen
oder, daß die Wahrnehmungen jetzt
verkrustet noch an alten Vorstellungen hangen?

Teilhabe, welch ein großes, schönes Wort!
Ein offenbar verschwundenes Element,
wohin ging es und warum ist es plötzlich fort?
An dem Beharren liegt ´s am Alten. Ein ewig gestriges
Leid!

Sonntag, 12. Juni 2016

Leben lassen - ganz anders

Braun und Knusprig liegt es da,
das, was einst ein Hühnchen war.
Neuerdings im Gender-Sprech
sagt man Hähnchen, das ist frech!

Denn Hähnchen grad mal aus dem Ei
werden zerschredert so ganz nebenbei.
Vielleicht bleibt ihnen viel erspart,
das „Leben“ nicht nach ihrer Art.

In engem Käfig eingepfercht und
industriell mißbraucht, kein Hund
möchte so länger Leben.
Drum wird ´s kein Huhn bei uns
mehr geben ,

das sich nicht am Freiland Dasein freute.
Und was ist mit dem Hühnchen heute?
Vom Freiland kam ´s – doch hat ´s sein Leben
freiwillig für uns auch nicht gegeben!

Hat Pech gehabt, stand in der Kette
der Nahrungsstrategien unten...wette?

Samstag, 11. Juni 2016

Aufforderung an mich selbst


Schnee liegt längst auf meinem Haupt.
Weisheit kommt nicht her von weiß,
habe früher dies geglaubt,
doch weiße Haare zeigen nur Verschleiß!

Erfahrung sollte weise machen
geht mit Alter doch einher.
allein ich mach die gleichen Sachen
dummer Weise wie frü-her!

Bin ich gar nicht zu belehren?
Alter Grantler ändere dich!
Mußt im Innern dich bekehren
altere nicht nur äußerlich!

Freitag, 10. Juni 2016

Unschuldig wie immer


Es ging ein Mensch von Jericho
gar lustig pfeifend so umher
Wohin er wollt´, ich weiß nicht wo,
berichtet wurde das nicht mehr.

War zu Beginn von unserer Zeit,
da wurd´ er ausgeraubt.
Das Römische Finanzamt wies weit
von sich jene Tat – man hat ´s geglaubt.

Wenn jemand unter Räuber fällt,
das gilt noch heut zu Tage,
ist ´s das Finanzamt nicht das Geld
dir raubt. Das steht doch außer Frage!

Donnerstag, 9. Juni 2016

Ahnungsschwer


Heut´ habe ich einen Hauch von Einsamkeit gespürt
Verlorenheit hat mein Gemüt tief angerührt.
Wie ein gift´ger Atem, der die Lebenslust erstickte,
der Blüte gleich die vor dem eis´gen Frost einknickte.

Die Zeit der Rosenblüte schien dahin.
Sie warf die Frage auf nach weit´rem Lebenssinn,
wenn nackte Dornenstängel bilden einen Wall,
der blutend sticht in dem Alleinsein überall

Scheuch es hinfort, dieses Gespenst im Nebulösen
Gedankenwirrwar, anderes ist ´s nicht gewesen.
Schon hellt die Neugier auf die Zukunft düstere
Gedanken :
Wir halten fest an uns, in Ewigkeit kein Wanken

Mittwoch, 8. Juni 2016

Immer wieder wird orakelt


Oh, Mensch, warum greifst du der nahen
Zukunft vorwitzig voraus?
Bist das Orakel nicht von Delphi, das
durch betörenden Rauch die Wahrsprüche
verkündet.
Nicht ziemt es den Menschen trägt er den
Götterwillen in sein Haus
Der Neugier rein prophetischer Befund
in nichts als nur Enttäuschung mündet

Und wie der Kranich, der an dir vorüberzieht
entschwindet was im Grund dein Hoffen
Doch der Eurinien Gesang im Chorus
verbündet sich mit Schrecken. Es entflieht
der falsche Prophet und die nicht erfüllte
Prophezeiung. All dies hat dich mit
voller Wucht getroffen!

Dienstag, 7. Juni 2016

Gesangs-Variationen


Es singt von der Wacholderspitze
ein Amselmännchen und ich sitze
ihm gegenüber, hör gebannt,
ob mir sein Liedchen wohl bekannt.
Das Zwitschern, Tirillieren, Pfeifen
verändern sich. Nicht zu begreifen
kein Wiederholen von den Tönen.
Wie können aus so kleiner Kehle
die schönen
Melodien entweichen. Mal einfach schrill
dann voll melodisch wie es der Vogel
gerade will
Ich sitze voll Bewunderung und lausche,
weil ich mich am Gesang berausche.