Traurige Wirklichkeit
„Jungchen;“ sprach das Frau Mamachen,
„du gehst heute zu Papachen,
der mir das versprochen hat,
soll seh´n, dass er ein Söhnchen hat.
Ich bin bei Onkel Ferdinand,
die Nummer ist dir ja bekannt,
sollt ich noch nicht zu Hause sein.
Und Jungschen präge dir fein ein:
kein Geschenk von dem Papa,
warum, das weißt` inzwischen ja.
Ich kann das absolut nicht leiden,
will einen Keil zwischen uns treiben.
Das ist vorbei, wenn Ferdinand
als Stiefsohn dich erst anerkannt.“
Der Kleine ist total verwirrt:
hat er sich etwa grad geirrt?
Er brüllt und macht sofort Theater:
„Ich will nicht so´n Scheiss-Stiefvater“
Die Mutter aber ernsthaft spricht:
„So böse Worte sagt man nicht.
Und wenn ich das noch einmal höre,
bleibst du bei dem Papa, ich schwöre!“
Der Kleine denkt: „für mein Benehmen
brauch ich mich nicht sosehr zu schämen,
wie meine Eltern, die fürwahr
nicht besser als ein Rabenpaar.“
Samstag, 31. Mai 2008
Donnerstag, 29. Mai 2008
Gärten
Gärten, wohlgestaltet,
für verwöhnte Augen ergrünt,
blühende Vielfalt künstlich
zusammengestelltes Menschenwerk:
Beikräuter als Unkraut diskreditiert
brutal herausgerissen
oder vergiftend entfernt
fürs Paradies des Erholens.
Schweissforderndes Stück Erde,
schmerzender Rücken
getragen auf Beinen
deren atrophische Kniegelenke schreien:
„erhol dich in dem Paradies
elender Versklavung,
anderer Leute Augenweide.“
für verwöhnte Augen ergrünt,
blühende Vielfalt künstlich
zusammengestelltes Menschenwerk:
Beikräuter als Unkraut diskreditiert
brutal herausgerissen
oder vergiftend entfernt
fürs Paradies des Erholens.
Schweissforderndes Stück Erde,
schmerzender Rücken
getragen auf Beinen
deren atrophische Kniegelenke schreien:
„erhol dich in dem Paradies
elender Versklavung,
anderer Leute Augenweide.“
Nicht perfekt..
Ist der Mensch etwa perfekt?
Die Frage muss man wohl verneinen,
sonst könnte er, was in ihm steckt,
wohl mit anderem Talent vereinen.
Versucht er ´s , heisst es sein Bestreben
ist nur dazu noch angetan,
bei den Leuten anzugeben.
Tut er ´s nicht, heisst ´s Zeit vertan.
Und so wird er hingerissen
zwischen Drang und Wohlverhalten,
Tätigkeit und Ruhekissen,
wie und was sollt er gestalten?
Er erlahmt und mit der Zeit
in dem ew´gen Hin und Her,
kommt die Unzufriedenheit,
kennt sich aus dann selbst nicht mehr.
Der Mensch ist also nicht perfekt.
Ich hab´ es an mir selbst entdeckt.
Ist der Mensch etwa perfekt?
Die Frage muss man wohl verneinen,
sonst könnte er, was in ihm steckt,
wohl mit anderem Talent vereinen.
Versucht er ´s , heisst es sein Bestreben
ist nur dazu noch angetan,
bei den Leuten anzugeben.
Tut er ´s nicht, heisst ´s Zeit vertan.
Und so wird er hingerissen
zwischen Drang und Wohlverhalten,
Tätigkeit und Ruhekissen,
wie und was sollt er gestalten?
Er erlahmt und mit der Zeit
in dem ew´gen Hin und Her,
kommt die Unzufriedenheit,
kennt sich aus dann selbst nicht mehr.
Der Mensch ist also nicht perfekt.
Ich hab´ es an mir selbst entdeckt.
Dienstag, 27. Mai 2008
Horoskope
Zukunft – Gegenwart von Morgen,
werd ich glücklich? Muss ich sorgen?
Neugier schleicht sich aufs Tapet:
bin ich noch …. oder oh, je…..
Wird mich üble Krankheit schlagen?
Ungewissheit – nichts als Fragen!
Dass deine Zukunft in den Sternen
geschrieben steht, das musst du lernen.
Wenn Mars zur Venus Aszendent -
ein Ausdruck, den man nicht recht kennt –
und Jupiter im dritten Haus,
dann geht die Übersicht dir aus.
Dir fehlt der Profi, sonst wird ´s nie
so richtig mit Astrologie.
Ist dieser dir nicht ganz geheuer,
vielleicht sogar ein bisschen teuer,
schau in der Zeitung jene Spalte,
die zittrig morgens ich entfalte,
um festzustellen was der Tag,
mir heute alles bringen mag.
doch unzufrieden seh ich schon,
für heute wird ´s nichts beim Skorpion.
Ach, wär ich doch vom Sternbild Schütze,
bekäm ich heut nicht auf die Mütze.
So mit der Zukunft unzufrieden,
hab ich mich für ein Blatt entschieden,
das mir in Worten, ziemlich schlicht,
das Glück in Form von Geld verspricht.
Das wiederum tritt gar nicht ein,
so ´n Horoskop ist oft gemein.
Die Zukunft ist nun mal verschwiegen-
kann ´s an den Horoskopen liegen?
Zukunft – Gegenwart von Morgen,
werd ich glücklich? Muss ich sorgen?
Neugier schleicht sich aufs Tapet:
bin ich noch …. oder oh, je…..
Wird mich üble Krankheit schlagen?
Ungewissheit – nichts als Fragen!
Dass deine Zukunft in den Sternen
geschrieben steht, das musst du lernen.
Wenn Mars zur Venus Aszendent -
ein Ausdruck, den man nicht recht kennt –
und Jupiter im dritten Haus,
dann geht die Übersicht dir aus.
Dir fehlt der Profi, sonst wird ´s nie
so richtig mit Astrologie.
Ist dieser dir nicht ganz geheuer,
vielleicht sogar ein bisschen teuer,
schau in der Zeitung jene Spalte,
die zittrig morgens ich entfalte,
um festzustellen was der Tag,
mir heute alles bringen mag.
doch unzufrieden seh ich schon,
für heute wird ´s nichts beim Skorpion.
Ach, wär ich doch vom Sternbild Schütze,
bekäm ich heut nicht auf die Mütze.
So mit der Zukunft unzufrieden,
hab ich mich für ein Blatt entschieden,
das mir in Worten, ziemlich schlicht,
das Glück in Form von Geld verspricht.
Das wiederum tritt gar nicht ein,
so ´n Horoskop ist oft gemein.
Die Zukunft ist nun mal verschwiegen-
kann ´s an den Horoskopen liegen?
Montag, 26. Mai 2008
Anderswo
Anderswo ist ´s schöner,
anderswo ist ´s fein
und deshalb möchte ´ich heute
auch anderswo mal sein.
+
Anderswo ist ´s hübscher,
viel hübscher anzuschauen,
anderswo da gibt es noch richt´ge
Klassefrauen.
+
Anderswo ist ´s grüner,
viel grüner auf der Flur
und deshalb möchte ich leben da
im Anderswo doch nur.
+
Anderswo ist ´s wärmer,
so warm, wie ich es mag,
darum will ich nach anderswo
noch an dem heut´gen Tag.
+
Anderswo ist ´s fröhlich,
viel fröhlicher als hier,
ich gehe jetzt nach anderswo,
denn da gefällt es mir.
+
Anderswo ist überall
und dennoch nirgendwo.
So ging ich denn nach anderswo,
würd ich auch dort nicht froh!
Anderswo ist ´s schöner,
anderswo ist ´s fein
und deshalb möchte ´ich heute
auch anderswo mal sein.
+
Anderswo ist ´s hübscher,
viel hübscher anzuschauen,
anderswo da gibt es noch richt´ge
Klassefrauen.
+
Anderswo ist ´s grüner,
viel grüner auf der Flur
und deshalb möchte ich leben da
im Anderswo doch nur.
+
Anderswo ist ´s wärmer,
so warm, wie ich es mag,
darum will ich nach anderswo
noch an dem heut´gen Tag.
+
Anderswo ist ´s fröhlich,
viel fröhlicher als hier,
ich gehe jetzt nach anderswo,
denn da gefällt es mir.
+
Anderswo ist überall
und dennoch nirgendwo.
So ging ich denn nach anderswo,
würd ich auch dort nicht froh!
Sonntag, 25. Mai 2008
Vergangene Sommernachtsromantik
Schwerer Duft von aufdringlichem Jasmin,
ein leichter, lauer Sommerwind
und Sterne klar, dass sie zum Greifen nahe sind,
verwirren und verlocken Herz und Sinn.
*
Zwei Hände klammern sich, die Schultern schmiegen,
langsamer Schritt auf engem, blickgeschütztem Pfad,
auf dem vom Mondenlicht beschienen, manch Pärchen
sich gefunden hat,
und küssend sich in inniger Umarmung wiegen.
*
Ich ging den Weg seither schon manches Mal.
Doch ohne dich, im Herzen trug ich Wehmut mit
und unvergesslich deine Zärtlichkeiten, begleitend mich
mit jedem Schritt.
Gefühl erstickt in Wehmut und Trübsal.
Schwerer Duft von aufdringlichem Jasmin,
ein leichter, lauer Sommerwind
und Sterne klar, dass sie zum Greifen nahe sind,
verwirren und verlocken Herz und Sinn.
*
Zwei Hände klammern sich, die Schultern schmiegen,
langsamer Schritt auf engem, blickgeschütztem Pfad,
auf dem vom Mondenlicht beschienen, manch Pärchen
sich gefunden hat,
und küssend sich in inniger Umarmung wiegen.
*
Ich ging den Weg seither schon manches Mal.
Doch ohne dich, im Herzen trug ich Wehmut mit
und unvergesslich deine Zärtlichkeiten, begleitend mich
mit jedem Schritt.
Gefühl erstickt in Wehmut und Trübsal.
Freitag, 23. Mai 2008
Warten
Zeit kriecht raupengleich
zusammenziehend sich streckend
ein Vorwärts, fast fortschrittslos,
ein Kribbeln, schleichend
in den Zehen
warten
Geduld flüsternder Verstand,
langsam, ganz langsames Denken
Stillstand- Wiederholung- Stillstand
warten
gedankenleeres, stumpfes Sinnen
Verschwendung von Lebendigkeit
im sich müde drehendem Kreisel
warten
endloses Sehnen nach Erlösung
aus der unerbittlichen Zeitfalle
fallen, herausfallen aus dem Warten
warten
und immer, immer wieder
warten.
Zeit kriecht raupengleich
zusammenziehend sich streckend
ein Vorwärts, fast fortschrittslos,
ein Kribbeln, schleichend
in den Zehen
warten
Geduld flüsternder Verstand,
langsam, ganz langsames Denken
Stillstand- Wiederholung- Stillstand
warten
gedankenleeres, stumpfes Sinnen
Verschwendung von Lebendigkeit
im sich müde drehendem Kreisel
warten
endloses Sehnen nach Erlösung
aus der unerbittlichen Zeitfalle
fallen, herausfallen aus dem Warten
warten
und immer, immer wieder
warten.
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