Donnerstag, 31. Juli 2008

Versteckter Schatz


Tief, sehr tief im Herzen
liegt versteckt
ein Rest von dem, was ich
für dich empfand.
Ich habe neulich es entdeckt
nahm es behutsam
an die Hand
und führte es an seinen
alten Platz;
behüte es wie einen wahren Schatz
und freu mich darauf
wie ein Kind,
wenn Herz zu Herz
sich wiederfind.


Wo bleibt da der Anstand?


„Was für ein schöner Hund“ – ein brauner Setter
(ich geb es zu, er war ein netter)
sprang einen Autofahrer an,
auch der, wie ´s schien, ein netter Mann.
Der kraulte gleich den fremden Hund
und gab so sein Entzücken kund.
Wie heisst er denn?“ fragt er den Halter.
„Pollux“ – „ noch fast im Welpenalter“,
entgegnet dieser jovial.
Bis dahin verlief ´s noch ganz normal.
Bis Pollux hob sein Hinterbein,
sofort hört man den Fremden schrei´n ,
denn wie es schien, so ganz in Bälde,
wässerte Pollux dessen Alu-Felge.
Ein Tritt, ein langgezogenes Jaulen,
vorbei mit Nettigkeit und kraulen.
Ich will es weiter nicht beschreiben
und bei der Lehre dazu bleiben.
Der Anstand häufig wird vermisst,
wenn dir wer an die Karre pisst!

Mittwoch, 30. Juli 2008

Lippetal –wüst gereimt!


Du änderst nichts – so ist ´s nun mal,
die Lippe fliesst druchs Lippetal,
wo all die Lippetaler sind
ob Mann, ob Frau, ob Greis, ob Kind.
Und manche gar, das ist das Tolle
achthundert Jahr auf ihrer Scholle.
So hält man es mit Tradition
vererbt vom Vater auf den Sohn
oder aber auf die Tochter - egal,
wen stört es denn in Lippetal ?
Die Lippe nicht, denn ihre Flut
fliesst dran vorbei, ob schlecht ob gut
und spülte ein ums andere Mal
auch Fremde in das Lippetal.
So kommt ´s, wie es nun einmal geht,
dass neuer Brause-Susewind
in Lippetal nun weht.
Und wenn ich jetzt noch weiter schreibe,
dann kündigt man mir hier die Bleibe,
was allerdings wär sehr fatal
für mich, doch auch für Lippetal.
So stoss ich selbst mir in die Rippe
und bleibe hier im Tal der Lippe,
wo all die Lippetaler sind,
ob Mann, ob Frau, ob Greis, ob Kind.
beschränkt

der blick aufs meer
eröffnet ungeahnte weite
kein hemmnis stellt sich ihm entgegen
soweit das auge reicht
scheint unbegrenzte freiheit
soweit dein auge reicht
doch findet ´s an dem
horizont ein ende
du ahnst nur
was dahinter sich befindet
du stellst dir vor
was könnte sein
nur die gewissheit hast du nicht
nicht weißt du wirklich
was sich hinterm
horizont verbirgt
was deinem aug verborgen
durch deinen horizont begrenzt
du fühlst
mit grossem unbehagen
dass deine sicht der dinge
ist beschränkt

Dienstag, 29. Juli 2008

Immer auf die Kleinen


Schlimm aus Arbeitnehmersicht
ist so ein Quartals-Bericht.
Manager ihn oftmals schönen,
um die Eigner zu verwöhnen.
Doch die Wahrheit der Prognose:
sie geht häufig in die Hose
und so trifft die Geldgierhetze
auch sofort die Arbeitsplätze,
die, weil es nun mal pressiert
werden wegrationalisiert.
Es taten Schuldigkeit die Mohren
als Kostenfaktor mit zwei Ohren.
Dem Management, das so gefehlt
wird der Rücken noch gestählt.
Wer Personal entlassen kann,
der ist fürwahr der rechte Mann
am rechten Ort. Der Eigner strahlt,
die neue Yacht wird gleich bezahlt.
Aus Manager- und Eignersicht
lohnt sich das Personal wohl nicht!


Bettler

Wuselige Hektik
geschlenderte Plastiktüten
manche jedoch hinderlich schwer
gegen müde Beine schlagend
geschäftiges Auf und Ab
tausender Füsse auf von fern
importierten Pflastersteinen,
um die Attraktivität der
Fussgängerzone
zum Einkaufsparadies
hochzustilisieren.
Menschen drängen und stossen,
stossen sich an den Rand der Strasse
aber auch der Gesellschaft.
Perspektive des hockenden Bettlers:
vorbeieilende oder
genüsslich schlendernde,
gleichgültige Füsse.
Und die Perspektive der Leute:
missfällige Blicke auf eine
schmutzige Gestalt
mit ungepflegten Bart.
Grinsen über ein ungelenk
beschriebenes Pappschild:
„bin aus dem Gefengniß
endlasen habe Hunger“
Selten klappert ein Geldstück
in die fordernde Blechdose.
Wir können es uns leisten.

Montag, 28. Juli 2008

Gesundheitslexikon

Zwei Kilo schwer steht ´s im Regal,
das Wissen von Professor Schadé.
Dem Gesunden scheint es egal,
gebraucht wird es, tut ´s einem weh.
Ob Abderhalden-Franconi-Syndrom,
ob Anzeichen akuter Zystitis,
ob bei Vergiftungen von Chrom
auf 1000 Seiten jede „Schietis“.
man schlägt es auf – nur so zum Spass
und liest dann völlig überrascht,
das die Symptome – genau das
du seit einiger Zeit schon hast!
Du tastest hier, ein spitzer Schmerz
links in der Brust,
da sitzt das Herz,
und schon verlierst du alle Lust.
Hat dich ein Herzinfarkt ereilt,
bei all dem Rentnerstress?
Dein Auge lang auf dieser Seite weilt,
erleichtert bist du dann – indes
liest du Artikel achthundertzehn,
der interessant – er scheint erbaulich,
ob du die Krankheit hast? – mal sehn,
ach nein, die ist wohl eher fraulich.
Den halben Tag verbringst du so,
nur zwischendurch, das ist naiv,
da gehst du erst einmal zum Klo….
Nein, deine Probe – negativ.
Das Lexikon ist richtig fein,
du bist fürwahr nicht wirklich krank,
du bildest dir das bloss so ein…
und holst es wieder aus dem Schrank!