Samstag, 30. Mai 2015
Abschied vom Mai 2015
Enttäuschung dieser Mai bescherte
in dem Verlauf war nichts von Wonne.
Nein Regen, Kälte, wenig Sonne,
kein Dichter wirklich ihn verehrte!
Verklungen sind die Lobeshymnen
auf Frühling mit dem holden Blick.
Kommen frühere Zeiten noch einmal zurück,
daß wir die frohen Lieder wieder anstimmen?
Dem Dichter ginge sonst verloren,
was sein Gemüt in Stimmung bringt,
wenn niemand mehr des Maien Loblied singt,
wie wird aus solcher Stimmung dann der Sommer
wohl geboren?
Ein Frühling voller Fröhlichkeit und Lachen
hat holden Mai in den April geschickt,
ist offenbar ganz schläfrig eingenickt,
scheint nur durch Regenduschen zu erwachen!
Wie gut, daß ich kein Maiendichter bin,
der diesem Monat außerordentlich gewogen.
...ich bitt´ihn um Verzeihung – hier hab ich gelogen.
Der Mai gab meinem Leben erst den SINN!*
*Ich habe dem Mai wohl meine persönlichsten
Dinge zu verdanken
Freitag, 29. Mai 2015
Abschnitte
Laut sein ist ein Jugendrecht,
es entspringt dem frischen Drang,
vergönnt sei ´s ihr, es währt nicht lang,
nichts daran ist wirklich schlecht.
Welkt die Jugend dann dahin
ist der Umgang eher beschaulich,
weil Besinnen sich einschlich
man bedenkt des Lebens Sinn.
Rückwärts, weil die Zukunft trübe,
ist im Alter man gewandt –
mürrisch, grantelnd ist bekannt,
daß man ungern sich noch füge!
Mittwoch, 27. Mai 2015
Worte sind auch nur Worte
Willst du des Menschen Seele rühren
so finde Worte, die das Herz erfrischen,
laß es deinem Mitmensch spüren,
wie wichtig er dir ist inzwischen.
Ist er in Trauer tief versunken –
wie heilsam ist ein tröstend Wort,
ist er im Jubel freudetrunken,
so nimm die Stimmung ihm nicht fort.
Bedenke gut, was du auch sagst,
doch manchmal ist die schweigend Geste
wenn deine Worte nicht gefragt
im Miteinander noch das Beste!
Was aus den Bremer Stadtmusikanten wurde
Sie waren eines der bekanntesten Flüchtlings-Quartette(n),
der Esel, der Hund, die Katze, der Hahn –
sie wollten nach Bremen, sich dort zu retten,
doch sie kamen nicht an der Weser an.
Vielmehr fanden sie im Räuberhaus Quartier,
nachdem die diese durch Erschrecken verjagten.
sie beschlossen:“wir bleiben hier!“
weil sie sich durchs Wandern so plagten.
Hier endet was uns die Grimms berichten,
denn alles wird gut soll der Leser denken.
Doch die Fortsetzung erzählt ganz andere Geschichten,
verschweigt, daß niemand sein Schicksal kann lenken!
Man hatte die Tiere tagsüber entdeckt
und sie, die fliehen wollten, gefangen alsbald.
Dere Katze hingegen, die früh aufgeschreckt,
gelang die Flucht in den nahen Wald.
Den Hund erschlug man, der Hahn wurd´ geköpft,
er landete gerupft in dem Suppentopf,
der Esel von der Wanderung erschöpft,
wurde zu Salami verarbeitet, der arme Tropf.
Der Katze schon 200 Meter vom Haus,
der tödlichen Entfernung dem Jagdrecht gemäß,
blies ein Schrotschuß das Lebenslicht aus
als wenn sie kein Recht zu leben besäß!
Was uns das Märchen so schamlos verschwieg,
ein Flüchtling findet oft nicht sein Asyl:
Verfolgung oder auch Flucht vor dem Krieg
in der Gesellschaft zählt das nicht viel!
Dienstag, 26. Mai 2015
Aufräumen ist so schwierig
Wie viele Dinge braucht man eigentlich?
Die Frage hat man sich selbst nie gestellt,
weil „viel“ zu allgemein sie sich verhält,
präziser ist die Frage: „Was brauch ich“?
Die klare Antwort ist gewiss,
natürlich brauch` ich was gerade fehlt
und mir beim Anblick auch ins Auge fällt,
was tat ich nur weil ich es nun vermiss?
Wenn man ´s erst im Besitze hat,
dann stapelt man und hegt es –
nicht immer – manches Ungepflegtes
hat man nach Jahren satt!
Es wird geräumt und aussortiert.
Dann kommt die Gretchenfrage,
ob ich ´s behalte oder gar zu der
Entsorgung trage,
stell es zurück, schon ist ´s passiert.
Für jahre bleibt es wieder mein
gebraucht wird ´s dennoch nicht.
so haften Dinge dir ganz schlicht
und lebenslang am Bein!
So geht ´s auch mit dem Seelenmüll,
den man nie aufgeräumt –
doch eines Tags er überschäumt,
das habe dumpf ich im Gefühl!
Montag, 25. Mai 2015
Schlachtfest auf dem Ponyhof
Frieden und Geborgenheit –
ein Menschheitstraum seit alter Zeit!
Insofern sollte man doch meinen,
daß alle Menschen sich vereinen
und diesem Traum entgegen gehen.
Man wünscht ´s doch anderes ist geschehen.
die Illusion vom friedvoll Leben
gab ´s nicht und wird es auch nicht geben.
Warum liegt in uns selbst begründet,
weil niemand seine Ruhe findet,
bis daß sein ganz persönlich´ Ziel
erreicht ist. anderes zählt nicht viel,
denn wer dem Ziel nicht zugeneigt
als Feind betrachtet, angezeigt.
Dem Wunsch nach unbeschwertem Dasein
auf einem „Ponyhof“ zu sein,
unmittelbar und rasch nachläßt,
statt Frieden gibt ´s auch dort Schlachtfest!
Freitag, 22. Mai 2015
Charakterverlust
Am Teichrand steht die Trauerweide,
ein mächt´ger Baum. Im Trauertief
sind ihre Äste in der Neige,
dem Wasser zugewandt so schief.
Sie träumt davon am See zu stehen
wo Zu – und Abfluß sich ergänzen,
wo spiegelnd sie im Wasser sich zu sehen
mit ihrer Schönheit könnte glänzen.
Am Teich, des trüben Wasser Algengrün besetzt,
ist Traurigkeit – nicht Selbstbewußtsein angesagt.
tief hängend werden Blätter schon benetzt,
dem lauen Wind sie ´s flüsternd klagt.
Ständ´ sie am Fluß, an einem großen See,
wo klares Wasser ihre Wurzeln näßte,
die Trauer, sie verschwände jeh,
das wäre für sie wohl das Beste!
Doch würde sie noch ihrer Selbst gerecht?
Vielleicht zwar Weide noch auf Stock geschoren.
Den Anblick fände sie bestimmt dann schlecht,
wenngleich die tiefe Trauer sie verloren.
Der Schönheit – für die Augen ein Genuß-
und ihrer Majestät beraubt,
mit Gleichen stände sie an See und Fluß,
doch glücklich wär sie nicht, wie sie es glaubt!
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