Mittwoch, 28. September 2011

Fremdartiges Tier

In dem fünften Kontinent
Nah, wo die Sonne sich erhebt,
Für Europa ziemlich fremd
So manches Kuriose lebt

Tiere, die im Beutel tragen
In dem Nachwuchs gut behütet,
Auch hört man vom Teufel sagen,
Der wohl in Tasmanien wütet.

Und das giftigste Getier
Auf dem Lande und im Meer
Findet man in Haufen hier
Viele Leute stört das sehr.

Doch ein anderes Kuriosum
Sucht vergeblich man allda
Denn es strolcht woanders rum
Nämlich in Südamerika.

Beim Gürteltier – auch Cingulata
Gibt es Riesen, die mit Krallen
Aus den Normen jeder Tierart
Durch die Größe aufgefallen.

Und kein Witz, wer glaubt das schon
Dieses Werkzeug ist so hart,
daß das Tier sich durch Beton
einen Weg nach draußen scharrt.

Panzer hin und Gürtel her
Wirklich sparsam kann ´s nicht sein:
Gürtel enger schnallen, nein
Das geht nun mal nicht mehr.

Dienstag, 27. September 2011

Warum ich Gedichte schrieb...

Ich schrieb Gedichte
Um meine Gefühle zu verstehen
Anfangs

Dann schrieb ich Gedichte
Weil ich glaubte der Welt
Etwas mitteilen zu können
Welche Dummheit

Also schrieb ich Gedichte
Die Menschen erfreuen sollten
Welch ein Irrtum

Bis ich merkte daß ich Gedichte
Schrieb aus Eitelkeit
Peinlich das

Aber weil ich ein fehlbarer Mensch bin
Schrieb ich weiter Gedichte
Unaufhörlich

Jetzt weiß ich
Daß die Erkenntnis über mich
Selbst der Grund meiner Gedichte ist

Erkenne dich selbst
Und du bist weise
Sagte einst ein Philosoph
Ich bin so eitel dies zu erkennen
Warum ich Gedichte schrieb...

Montag, 26. September 2011

Gehorsam gegen Versprechen

Die Götterwelt im Nebel schwand
Ein neuer Gott von Menschenhand
Mußt her sie zu ersetzen
Und wie das so bei Menschen ist
Verbreitet man Entsetzen
Nur wer gehorcht dem wird ganz trist
Lohn nach dem Tod versprochen
Das kostet Geld und Macht auch nicht
Der Tote wird nicht darauf pochen.

Sonntag, 25. September 2011

Weiße Mäuse

Am Käfig in dem Tierlabor
Wo weiße Mäuse hocken
Steht ein Mann erschrocken vor
Ist sichtlich von den Socken

Er denkt, wer weiße Mäuse sieht
Und das bei Tageslicht
In dessen Hirn etwas geschieht
Der ist nicht mehr ganz dicht

Er flieht entsetzt den böse Ort
Die Tiere können ´s nicht
Sie bleiben bis zum Ende dort
Denn sterben ist hier Pflicht

So wird im Dienst der Wissenschaft
Vermeintlich unvermeidbar
Gar manches Tier dahingerafft
Für Faltencreme Kosmetika

Darum wer weiße Mäuse sieht
Der darf sich schon entsetzen
Wer aber vor der Wahrheit flieht
Der ist gering zu schätzen.

Freitag, 23. September 2011

Kunst der Antike falsch interpretiert

Marmorbrüstig kalt
Das Bild der Göttin in Menschengestalt
Gemeißelt in filigraner Art
Das kleinste Detail nicht ausgespart
Bildet die Schönheit der Steinskulptur
Ein genaues Abbild der Natur

Geschliffen der Stein, der glatt erstrahlt
Ahnt jemand, daß er einstmals bemalt?
Grell farbig bunt
Augen, Wangen und Mund.
Ästhetik heute, die marmorne Büste
Nicht des Künstlers Geschmack –
Wenn der das wüßte...

Wer hat sich das denn ausgedacht "Busen der Natur?"

An dem Busen der Natur
Tankt man Lebensmilch ganz pur.
Doch es stört das schöne Leben
Durch ein heftig Busenbeben
Und des Regens kräft´ge Schauer
Macht Naturerlebnis sauer.
Vulkanausbrüche, Beben, Wind
Feinde des Naturkinds sind.
Durch das Auf – und Niederwogen
Klingt hier „Busen“ sehr verlogen.
Nur ein Busen warm und prall
Verbreitet Lust in jedem Fall,
Doch der „Busen der Natur“,
Dichtersprache, Unsinn nur.

Donnerstag, 22. September 2011

Morgensonne über Höhen

Nebel schwimmt noch in dem Tal
Menschenwerk wird grau verdeckt
Auf der Höhe Sonnenstrahl
Taggestirn das aufgeweckt

Schickt Licht auf begrünte Hänge
Butterblumen schlürfen Tau
Sonnenstrahlen schneiden strenge
Schneisen durch den Tannenstau.

So Natur sich überlassen
Ist des Auges wahres Glück
Und des Menschen Tun und lassen
Unterliegt dem Augenblick