Donnerstag, 12. Januar 2012

Kein schönes Bild

Graue Traurigkeit verhüllt,
der Anblick von dem Menschenbild.
Was der Mensch dem Bruder tut,
erfüllt mein Herz mit kalter Wut.

Mensch – dein Name Grausamkeit –
bist zum Übelsten bereit
und mit deinem Lobgesang
sagst du noch dem Schöpfer Dank!

Spielzeug bist du deiner Triebe
auch des Schicksals harte Hiebe
kann die Menschheit nicht bewegen
umzukehren zu besseren Wegen.

Ja, so spricht der Moralist,
der Mitglied der GEMEINschaft ist,
dessen Traurigkeit verhüllt
der Anblick von dem Menschenbild!

Heimlichkeiten

Es sind häufig Heimlichkeiten,
die eines Tags Verdruß bereiten.
Heimlich sein, heißt auch verstecken,
niemand soll es sehen, entdecken.

Heimlichkeit schafft kein Vertrauen,
dieses „Aufeinanderbauen“
ist auf Fließsand aufgerichtet,
eines Tags wird’s umgeschichtet

und dann bricht ´s auf dich herein.
Du findest es sofort gemein,
fühlst dich als Opfer von Intrigen,
ach, wär es heimlich doch geblieben!

Mittwoch, 11. Januar 2012

Böse Absichten

Spazieren ging zu später Stunde
ein Herrchen mit dem Hund ´ne Runde,
denn wie es die Erfahrung lehrt,
ist dieses abends nicht verkehrt.

Ein Hund, der eingesperrt im Raum,
benutzt Toilettenräume kaum,
weil Selbiges nicht artgerecht:
er kann es schlicht und einfach schlecht.

Da Herrchen auch nicht sehr sensibel,
ist Gassigehen auch nicht penibel.
Er schaut nur zu und scheint zu träumen
anstatt das Häufchen wegzuräumen!

So kommt es, daß der Hauspoet
oftmals in diesem Haufen steht.
Der Absatz darin schnell versinkt
und alles ganz erbärmlich stinkt.

Im Geiste ist die Rache süß,
ich überleg mir manchmal dies:
den Leuten mit den schlimmen Macken
einfach vor die Tür zu ...

Dienstag, 10. Januar 2012

Hauskatze

Man schreibt viel Bücher über sie.
Ich dachte deshalb schreibst du nie,
was ich darüber so empfinde.
Doch unverzeihlich wärs - ´ne Sünde.

Die Hauskatze als solche ist
von der Natur Individualist.
Sie anerkennt auch keinen Herrn,
nur sein Zuhause hat sie gern.

Verschont nicht Polster und Gardinen,
läßt sich gern füttern mit Sardinen
und wie man hört ein Katzenklo
macht Mauz und Miez zuweilen froh.

Ägypter hielten sie für heilig.
Bei Katern aber hat man ´s eilig
sie schnell und gründlich zu kastrieren.
Nein, welche Liebe zu den Tieren!

Man schmust und streichelt und man küßt.
Alleine, wenn man wirklich wüßt´
wo sich ein solcher Stubentiger
herumtrieb – na dann wohl nie wieder....

Hauspoet: Lyrik und Alltagspoesie von Hans Witteborg: Weltgrösste Tiergeschichtensammlung » Bücher » Hans Witteborg: Vom Ufer aus – Gedichte

Hauspoet: Lyrik und Alltagspoesie von Hans Witteborg: Weltgrösste Tiergeschichtensammlung » Bücher » Hans Witteborg: Vom Ufer aus – Gedichte

Kann einfach nicht!

Wenn ich in des Menschen Seele
bittre Einsamkeit erspür,
ich mir innerlich befehle:
öffne jene Seelentür.

Doch der Worte Trost zu spenden,
schnell verschließt es mir den Mund.
kann die Botschaft nicht versenden,
gar nicht, wenn ein Herz so wund.

Und so ärgert mein Versagen
mich, es macht mir auch bewußt,
Worte schreiben, drüber klagen
Zeichen sind ´s von Wertverlust!

Montag, 9. Januar 2012

Vorbildliche Karriere

Vom Ziggurat im Morgenland,
verschämt verschwieg man Babylon,
ein Priester einen Stern neu fand,
beriet sich mit Kollegen schon.

so machten sich denn dreie auf
die Position zu finden
bei der man in dem Sternenhauf
was Neues konnt´ ergründen.

Was dann geschah ist sagenhaft
und Biblische Geschichte
man hat zu Königen sie gemacht.
Nun strahlen heilig sie im Lichte!