Freitag, 13. März 2015
Der Ring des Nibelungen
Nichts geb ich auf den Ring des Nibelungen,
dem Schatz, der auf dem Rheinbett ruht.
Ist es doch meinem Volke nie gelungen,
sich darzustellen, daß es gut.
Verraten auch die Nibelungentreue,
man schämt sich seinem Volke anzuhören
und jeder noch so kleine scheue
Stolz führt dazu sich zu empören!
Der Ring des Nibelungen
er liegt nicht auf dem Grund des Rheins
er hat den Hals uns eng umschlungen!
Nur wir sind Erben Bruder Kains!
Frühlingsgerede
Wir reden vom Frühling
dem Erneuerer, dem bunten
schwärmen vom Neuanfang
vom Erwachen
Reden kann man viel
ist es nicht jener Frühling
der die Kinder traumatisiert
zu Waisen verkümmern läßt
der statt bunter Blumen
tödliche Feuerkaskaden
verstreut?
Feindschaft statt Freundschaft
das bringt der Frühling
der in kloakigem Trinkwasser
sich bespiegeln läßt
Welt so arm, daß selbst
der Frühling unterernährt
sich in Fetzen gekleidet
dahin schleppt
Was kann denn der Frühling dazu?
Er wird mißbraucht
mit seinem eigenen Namen
Frühlingsgerede!
Donnerstag, 12. März 2015
Lehren ziehen
Ein Fuchs brach ein im Hühnerstall
und würgte dort von Knall auf Fall
so fünf von zwanzig Legehennen,
die auf der Stange grad am Pennen.
Da großer Lärm und viel Gegacker
macht sich der Fuchs darauf vom Acker.
Das Morden war jedoch geschehen,
die Blutspur nicht zu übersehen!
Der Bauer, der die Nacht noch schlief,
erwachte – nicht um Hilfe rief
nicht all der Opfer angesichts.
Er sprach: da war viel Lärm um nichts.
Der scharfe Hofhund – abgeschafft,
die Lücke, die im Zaune klafft,
all dieses dachte sich Bauer Nolte,
was denn das auch nützen sollte.
Belehrt indes von dem Geschehen,
sollt Schlafmütz Michel sich ´s ansehen.
Der Michel sprach: `s ist fürchterlich
gewiss für dich, doch nicht für mich!
Dem Fuchs jedoch war ´s auch egal
als nachts er Michels Hühner stahl!
Wer ignoriert die bös´ Erfahrung,
der gibt den Räubern reichlich Nahrung!!
Mittwoch, 11. März 2015
Tagträume
Das Denken fördert Vorstellungskräfte,
die nehmen Zukünftiges voraus.
Es wächst gedüngt durch Geistessäfte,
so manches aus der Hirnschale heraus.
Im Zuge daraus entsteht Materielles,
was Nützliches und Künstlerisches bringt
und durch Verbreitung wird ein schnelles
Kreiertes, was um Durchbruch ringt.
Ganz anders so die Fantasie beim Träumen,
es ist die Flucht aus einer Wirklichkeit.
man will im Leben nicht versäumen,
was nie erreicht wird in der Lebenszeit.
Gibt es den Ausweg nicht, den man gesucht,
das Gleichgewicht im Innern herzustellen,
so bleibt vermeintlich nur die Flucht,
statt Widerständen sich zu stellen.
Ist Tagtraum deshalb auch gering zu schätzen?
Wenn Lebenswirklichkeit dir deine Seele frißt,
dann kann das Umfeld noch so dümmlich schwätzen,
wenn Tagtraum einz´ge Hilfe ist!
Dienstag, 10. März 2015
Unzeit
Ich habe ihn gesehen, den Osterhas,
nicht wie er draußen an Kräutern mümmelt,
nein mit Glöckchen am Hals, Goldpapier bis zur Nas
wie er schon seit Januar im Supermarkt schimmelt!
Oh, freudiges Fest mit den Eiern, den bunten
die ganzjährig schon in den Regalen liegen,
früher hat man sie im Garten zu Ostern gefunden,
heut sind sie zu tausend gestapelt in Stiegen.
Am ehesten zeigt sich der Klimawandel
in den vorgezogenen Jahreszeiten,
in der Subkultur in dem Einzelhandel,
da will man zur Unzeit Freude bereiten!
Zeitgeist
Gespenster oder Geist-Erscheinung,
darüber gibt es manche Meinung.
wird jemand ernsthaft nach gefragt
kaum einer dir die Meinung sagt.
Und doch gibt ´s gar nichts zu verneinen
bei der Erscheinung dieses einen,
der stets und überall präsent,
den man den Geist der Zeiten nennt.
Der mischt sich ein. In allen Köpfen
spukt er herum, rührt in den Töpfen
in denen Suppe, eingebrockt
von der Gesellschaft, und verlockt
zu dem vermeintliche Genuß,
den man gleichwohl auslöffeln muß.
Der Zeitgeist taucht mal auf mal unter,
schreckt in dem Drüber und dem Drunter.
Gespenstisch mag er manchen scheinen,
doch andere sind mit ihm im Reinen.
Fängt man ihn ein als Flaschengeist,
befreit er sich – und tobt dann meist
als ein Gespenst aus dunklen Tagen
unverbesserlich, was zu beklagen!
Montag, 9. März 2015
Ende eines Sterns
Zerbricht ein Stern am Ende seines Lebens
wie ein Backplätzchen mittendrin zerbricht
und Krümel um sich streut, die man vergebens
aufzusammeln sucht? Ich weiß es nicht.
Vermutlich ist´s ein echter Stern, der explodiert
und Sternenstaub im Universum sich verbreitet,
was zu der vagen, unbewiesenen Ahnung führt,
daß Sternenstaub dem Leben seinen Weg bereitet.
Doch hier im wahren Leben, wenn ein Star verglüht,
sind ´s nicht einmal Erinnerung-Krümel,
die man nach einiger Zeit noch sieht.
So ist das mit dem „ew´gen“ Ruhm am Sternchenhimmel!
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