Freitag, 6. November 2015

Goldlastig



Im Garten steht ein Ginkgo Baum.
Anfangs sehr klein, nimmt er nun Raum,
stolz, daß Goethe seine Art bedichtet.
Im Garten wird er schon von Weitem her gesichtet.
ein Genderbaum von Nadelholz,
zum Laubbaum offenbar gewandelt,
weiß kaum ein Laie, um welche Sorte es sich handelt!

Doch hell-gelb-gold sein Blattwerk zeigt
zu welcher Art er scheinbar neigt.
Streut täglich „Gold“ in unseren Garten,
ich muß es säckeweis´zusammenharken.
Wär ´s echte Gold – ich würd´ mich gerne bücken.
So macht es Mühe nur dem Rücken!

Stachelschwein oder Stachelhund?



Es war kürzlich ein Stachelschwein,
das fühlte sich einsam und allein.
Zwei Hunde in der Nähe tollten,
die Spielgefährten seien sollten.
Gemäß dem Satz: „Die wollen nur spielen“
nähert sich das Stachelschwein mit
glücklichen Gefühlen.
Ein Irrtum war ´s, die Hunde bissen
ins Stacheltier – sie sollten ´s büßen!
Gespickt mit Stacheln wie ein Bart
sind Hundeschnauzen nicht apart.
Fortan tun Biologen kund,
es gibt auch einen Stachelhund!

wieder ein Bericht im SPON 4.11.2015

Mittwoch, 4. November 2015

Misanthrop


Nun ja, ich bin ein Misanthrop
nicht von Geburt – ich bin ´s geworden.
Soll ich wie Andere tun als ob
der Mensch verdient den Friedensorden?

Nun ja, ich gesteh´ es gerne ein
mein Haß auf unsere Art ist recht pauschal
und solle e i n Gerechter unter den Milliarden sein,
würd´ dieser Haß in mir zur Qual!

Na denn, du ungeliebter Mensch sieh nach
was du an Sünden n i c h t gefunden,
berichte freudig mir hernach
so will den Menschen ich fortan
nur Liebe noch bekunden!


Abgesang


Lieder, die längst ausgeklungen,
die man heute nicht mehr hört,
im Innern dennnoch nachgeklungen,
Wehmuts-Melodien zerstört.

Sang vom Abschiedsweh und Liebe,
Sehnsüchte, die nicht erfüllt
Sang vom Tode, Sang vom Kriege,
Trauer, die längst nicht gestillt.

Heiteres aus Volkes Munde,
was die Lust am Leben spiegelt,
Trinklieder in froher Runde,
Treueschwüre, die besiegelt.

Wohin ist das alles? Dahin,
wo jedes Lebensjahr entschwindet
nach dort wo nur Erinnern drin,
wenn Neues andere Zeit verkündet!

Dienstag, 3. November 2015

Liebe biegt links ab*


Auf der Straße des Lebens
ist die Liebe links abgebogen.
Umzukehren ist vergebens,
der Wegweiser hat getrogen!

Die Straße engt in einen schmalen Pfad.
Gibt keine Möglichkeit zu wenden,
er links und rechts nur Gräben hat!
Kann rückwärts fahren das beenden

was durch den Irrtum ist entstanden?
Der Weg zurück – sehr schmal die Spur zu halten,
gefährlich, denn man kann im Graben stranden.
Links abgebogen muß das Schicksal walten

* nicht autobiographisch

Montag, 2. November 2015

Ohne Liebe kein Heim


Wo keine Liebe ist gibt es kein Heim
heimatlos dort
wo immer man auch geboren ist
Heim ist dort wo man geliebt wird
Heim ist ein Herzgefühl
Liebe aber heißt
nicht bedrängen
nicht nur fordern
Freiraum geben
nicht andere ändern wollen
Schuld nicht abschieben
den Menschen annehmen
in Gestalt und Wesen
Fürsorge und Treue
ohne Kontrolle
Meinungsachtung
Erwartungen nur an sich stellen
Liebe als Gegenseitigkeit
im Geben und Nehmen
ohne aufzurechnen
Heim ist kein Ort
es ist das Erlebnis der Liebe
wo keine Liebe ist, gibt es kein Heim
heimatlos in sich verloren!

Sonntag, 1. November 2015

Im Herbst


Blätter rascheln unter staubigen Schuhen.
Das ist die Melodie, die uns der Herbst herschenkt,
ein Requiem, bevor die Bäume ruhen
und die Natur sich auf das Nötigste beschränkt.

Es ist Verzicht auf Wachsen oder Blühen,
die Vorbereitung auf die harte Winterzeit
in der die Farben sich in schlichtes Weiß rückziehen,
wenn es in dicken Flocken schneit.

Noch steigen Nebel – ziehen grauen Vorhang auf,
um letzten Sonnentagen Platz zu geben.
Doch bläst der Wind schon Blätter hin zu Hauf,
als Schutz im Winter für ein neues Leben.