Mittwoch, 7. Januar 2009

Hoffnungsschimmer

Sah dich durch einen Spalt eiserner Bedrückung,
fast schon zerquetscht dein sanfter Schimmer
als fahler Lichtblick beinahe nur als Ahnung
in einem Umfeld schwärzlich-dunkler Zimmer.

So schmal der Spalt, durch den das Licht eindringt,
so klein erscheint es uns das neu erweckte Hoffen,
es ist der ewige Drang zum Licht, der Schwärze niederringt,
die klemmende Bedrückung sprengt,
die Pforte der Gerechtigkeit ist offen.

So seh ich nun den Mensch im Gleichklang mit der Welt,
mit der Natur und sich, für heute und für immer.
Es ist ein Lichtstrahl, der die Dunkelheit erhellt,
aus fahl-gequältem Licht entwickelt so sich Hoffnungsschimmer.

Dienstag, 6. Januar 2009

Unendliche Geschichte

Reich mir die Hand mein
Feind!
Warum sage ich es nicht?
Weil er es nicht
vor
mir sagt oder weil ich es
nicht will?
Weil Friede meine Ziele
stört?
Oder die seinen?
Feinde sein heißt
aufmerksam sein
heißt vor allem
aufmerksam machen!
Ohne Feind bin ich klein,
bin nichts.
Er auch, unbedeutend
nichts
ohne Feind.
Feinde sind Freunde gegen das
Nichts.
Laß uns Feind-Freund sein
im Kampf gegen dies
Unbedeutend-Nichts.
Laß uns waten im Sumpf
des gegenseitigen Unrechts
ohne kleinliches Opfer-Zählen,
ausbluten in unserer Feind-Freundschaft,
damit der Haß uns schützt vor unserer
unsäglichen Bedeutungslosigkeit!

Montag, 5. Januar 2009

Wohnort-Gedanken

Unschuldiger Schnee liegt wie ein Tuch
deckt barmherzig all die Sünden,
die im Dorfe man kann finden
einfach zu. Doch ist´s genug?
Schaun´n da nicht noch ein paar Flecken,
bräunlich-schwarz im Sonnenlicht,
ganz verdeckt der Schnee sie nicht,
besser sie nicht aufzudecken!
Brav die Leute – so wie ich,
kehren vor den eignen Türen
und wenn Schicksale sie rühren,
sind sie da und melden sich.
Ja, im Dorf herrscht reges Treiben.
Schelm sei, wer da Böses denkt
und dem Tratsch Vertrauen schenkt,
das lässt man wohl besser bleiben.
So kann jedermann mit jedem,
schön, das schafft Zufriedenheit
in den Stürmen unserer Zeit
lässt sich auch mit Heuchlern leben.

Sonntag, 4. Januar 2009

Rauhnacht

Fürchte dich vor der Wilden Jagd
in den Nächten der Winterwende,
wenn dichte Nebel Weg und Pfad
dich in die Irre leiten am Ende.
*
Fürcht` dich, wenn Wotan auf dreibeinigem Roß
die Jagd anführt von wilden Dämonen,
der verlorenen Seelen unheiliger Troß
nicht Vieh und nicht Weib dir verschonen.
*
Entfern von den Leinen die Laken, die weißen,
kein Reiter soll sie bei dir entdecken,
sie hohnlachend mit sich ins Totenreich reißen
und als Leichentücher Skelette mit decken.
*
Laß ruhen die Arbeit in Nächten und Tagen
in Zeiten in denen Dämonen nur toben,
erst wenn du das christliche Kreuz getragen
wird der Spuk in alle Winde zerstoben.
*
Doch Furcht sollst du haben vor der Wilden Jagd
in den Nächten der tiefsten Finsternis,
wenn der Nebel verdeckt dir Weg und Pfad,
erweckt es den Dämon in dir ganz gewiss.
*
Doch verlor Wotans Pferd eins seiner Eisen,
so hebe es auf und gut verwahr,
es schützt dich vor Blitz, so sagen die Weisen
und bringt dir auch Glück für das neue Jahr.

Rauhnacht oder Nächte ist die Zeit vom 25 Dez. bis 5 Januar
Heidnischer Glaube hat sich bis heute erhalten (Wilde Jagd, Wäsche übers Jahr Hufeisen usw.Christliches Brauchtum wird nur unzureichend die Gespenster der
Vergangenheit überdecken.

Freitag, 2. Januar 2009

Vergeblich

Ich weiß es nicht wohin sie mir entschwand,
die Liebe, die du mir entgegen brachtest.
Vielleicht floh sie weil Heimat sie nicht fand,
vielleicht auch fühlte sie sich wohl missachtet?
So wie die Sonne langsam sinkt
sich dämmernd hintern Horizont versenkt
so wie der Amselsang bei Dunkelheit verklingt,
verlosch auch deine Liebe, die du mir geschenkt.
Die Sonne aber wird den neuen Tag begrüßen,
auch singt die Amsel weiter ihre Lieder:
doch legte ich die Welt dir auch zu Füssen,
so fürcht ich deine Liebe kehrt nicht wieder.
Fragile Größe

Die Liebe aber ist das Größte,
so hat es der Apostel einst gesagt.
Doch ist es nur die Größe nach der man fragt?
Zerbarsten nicht zwei Türme jüngst
in wenigen Sekunden
und bis auf große Leere
sind für immer sie verschwunden?
Auch Babel, Sinnbild für den Größenwahn
an sich,
ließen die Gottheit und Geschichte sie
nicht jämmerlich in Stich?
Denkt nur zurück an David und
den Goliath,
die Weltgeschichte hat noch tausende
von Beispielen parat.
Die kleinen Liebeleien sind es sicher nicht,
stets ist`s die große Liebe an der der Mensch
zugrunde geht, an der sein Herz zerbricht.
Zerbrechlich und fragil, so stellt sich mir
die Größe dar
und Zweifel kommen auf, ob Paulus Worte
wirklich wahr!

Donnerstag, 1. Januar 2009

Gewollt

Man schiebt es vor sich her
was man schon längst erledigen wollte
und eigentlich schon heute auch getan sein sollte.
Das Wollen und das Sollen sind offenbar Vokabeln
aus einer Welt der Märchen und der Fabeln.
Man sagt so schön: „der Wille findet einen Weg.“
doch steht man einfach da und rührt sich nicht vom Fleck.
Im Nachhinein, wenn es zu spät ist, sagt man: „schade,“
und schilt sich selbst ob dieser unwürdigen Blockade.
So ist ein Wille ohne ausgeführte Tat
wie ein Gefäß mit Loch, das man zu füllen hat.
Es bleibt somit bei einem ständigen Versuch
und das Gewollt ist wohl des Fleisches Fluch!