Mittwoch, 21. September 2011

Segeltragödie

In der Takelage singt der Wind
Unter straffen Segeln krängt die Jolle
Gischt spritzt schäumend und ertrinkt
Wieder in eigener Wassertolle

Hart an dem Wind treibt das Boot voran
Es drückt das Ruder als wollte es weichen
Die Schräglage erfordert den ganzen Mann
Im Bestreben die Bucht zu erreichen

Dann fällt sie ein, überraschend die Boe
Das Segel berührt die Wellen
Die Jolle richtet sich nicht in die Höh
Sie kentert, der Mast wird zerschellen

Der Wind singt nicht weiter um stolzen Mast
Es treibt ein Stück Hoffnung zum Strande
Den leblosen Körper man erfaßt
Und birgt ihn am Ufer im Sande

Lebensablauf

Im Frühling des Lebens
Wie knospet ´s und blüht ´s
Bestimmend die Kraft
Eines frohen Gemüts

Der Sommer bringt reifende
Frucht und Erleben
Man wird sich den sonnigen
Tagen hingeben

Der Herbst fährt des Lebens
Ernte ein
Der Mühe Lohn sollte
Diese sein

Denn der Winter mit harter
Kalter Hand
Erwürgt allen Mut
Zerschneidet das Lebensband

Dienstag, 20. September 2011

Laternenlicht

Der Schein der Gaslaterne
Das warmen gelbe Licht
Ergänzt das Licht der Sterne
Doch wetteifert er nicht.

Er grenzt im Schummerkreise
Wirkend bescheiden ein
Und wird auf diese Weise
Nicht hochmut sternklar sein.

Und meine Augen danken
Dem irdisch künstlich Licht
In fernen Höhen ranken
Die Sternenbilder schlicht.

Hurra, wir verblöden

Politik ist ein Geschäft,
aus dem man seine Finger läßt!
Reißt diese Haltung erst mal ein,
kann ´s schlimm für unsere Zukunft sein.
Wutbürger mit Verdrossenheit
sind für Unsinniges bereit.
Ob Biertrinkerpartei, Piraten,
was wird den Bürger noch erwarten,
wenn wer, aus wütendem Protest,
die Hosen weiter runter läßt?
Der Politik bläst er den Marsch,
doch seine Stimme ist für ´n ...

Montag, 19. September 2011

Rückbesinnung?

In vollem Leben lachst du dem Tod
Frech, furchtlos ins Gesicht..
dein Ende
Das bedenkst du nicht.
Doch brennt das Lebenslicht dir nieder
Ist nichts dir näher als dein Gott
Und Furcht gibt dir ein kindliches
Erinnern wieder.

Ein Umstand, den du wohl verneinst?
Ja, wenn du meinst...

Verstecken kann nutzlos sein

Ein Pilz, der sich im Laub versteckt,
damit man ihn nur schwer entdeckt
und seines Fruchtkörpers beraubt,
sich trügerisch sehr sicher glaubt.

Doch dacht´ er nicht der Sauen Schnüffeln,
die mit empfindlich Nasen-Rüsseln
sofort die Leckereien rochen
und das Versteck dann aufgebrochen.

Vergeblich bleibt oft das Bemühen,
man kann den Schweinen nicht entfliehen.
Trifft man auf so ein Trüffelschwein,
wird das Verkriechen nutzlos sein.

Ungewöhnlich Begegnung

Ungewöhnliche Begegnung

Es gibt Menschen, die in den Augen anderer als nicht besonders glaubwürdig erscheinen.
Das hängt mit ihren Tätigkeiten zusammen z.B. liegt die Glaubwürdigkeit bei Politikern bei nicht einmal ein Prozent, man nimmt es ihnen nicht übel, da ein pathologischer Defekt vorliegt, der unter dem Begriff des Verlustes vom Kurzzeit-Gedächtnis bekannt ist.
Eine andere Form der Unglaubwürdigkeit liegt bei Anglern und Jägern vor. Die über diesen Personenkreis verbreiteten Lügengeschichten sind ebenfalls krankhaft und werden als das Münchhausen Syndrom bezeichnet. Warum ich diese Vorbemerkungen mache liegt daran, daß ich als Jäger mit Vorurteilen bei dem Erzählen von Geschichten rechnen muß, zumal ich mich auch als Autor von Kurzgeschichten verstehe, die zum großen Teil der Fantasie entsprungen sind.
Das, was ich heute berichte ist aber die reine Wahrheit – Glaubwürdigkeit hin oder her –
Ich halte mich für glaubwürdig und das solltet ihr auch tun, wenn ihr Wert darauf legt mit mir gepflegten Umgang zu bewahren.
Es war im späten Oktober 2008. Ich erwähne diese Jahreszahl deshalb, weil es noch ungewöhnlich warm war und eigentlich nicht das typische Wetter für eine Treibjagd auf Niederwild war. Nach der üblichen Prüfung der Jagdscheine, der Vergatterung in Sachen Sicherheit bei der Ausübung durch den Jagdherren, wurde noch ausdrücklich erwähnt, welches Wild zur „Ernte“ dieser Treibjagd frei gegeben wurde. Es ging auf Fasanenhähne, Hasen, Füchse, Ringeltauben, wenn denn vorhanden auf Lagerschnepfen – hier grinste der Jagdherr, denn es waren wohl kaum welche zu erwarten. Zusätzlich rechnete man im Laufe des Treibens damit vielleicht das eine oder andere Wildschwein – Jährlinge, Überläufer aufzustöbern. Die Empfehlung lautete, die auch für Flinten geeignete Brennecke Patronen
bereit zu halten, falls die Hunde auf Sauen stießen. Die Plätze der Schützen wurden Abschnittsweise zugewiesen, die Treiberkette nahm in der Ferne Aufstellung . Die Jagd wurde angeblasen.
Mein Standort befand links sich in der Nähe eines Bruchs aus Mischgehölzen, davor war eine etwa 20 m breite Wiese, die rechts an ein Feld von etwa knöchelhohem Senf grenzte, auf dem die erste Runde des Treibens stattfand. Vor mir lag undurchsichtiges Strauchwerk, hauptsächlich wilde Brombeerpflanzen, die an einem leichten Hang wuchsen. Ich ließ mich dort vorsichtig nieder, lud meine Bockflinte mit zwei Stahlschrotpatronen (der Jagdherr bat darum Bleischrot wegen der Umwelt zu vermeiden). Kaum hatte ich Stellung bezogen, da bemerkte ich etwas Ungeheuerliches -–ich schwöre, daß dies den Tatsachen entsprach –
keine zwei Meter von mir entfernt schaute mir ein Reh direkt in die Augen. Noch nie war ich einem frei lebenden Wildtier so nahe gewesen. Früher, als ich mit meinem kleinen Sohn öfter den Heimattierpark Olderdissen in Bielefeld besuchte, hatten wir beim Füttern schon eine geringere Distanz zu den Rehen gehabt, die aber waren an Menschen gewöhnt. Das war kein Vergleich. Ich frage mich bis heute, warum das Reh so verhalten war. Ich bewegte mich nicht.
Wir standen uns wie zwei gute Freunde gegenüber und beäugten uns. Diese wunderbaren sanften, großen Augen verrieten mir nicht die geringste Angst. Ganz leise, kaum hörbar murmelte ich: Na, meine Schöne“. Nicht einmal jetzt machte das Tier eine Fluchtbewegung.
Das mochte eine gefühlte halbe Minute so gegangen sein, da machte ich eine etwas ruckartige Bewegung. Das Reh drehte sich blitzartig zur Seite und sprang ab indem es den kürzesten Weg zu dem Bruch nahm. „Nicht schießen,“ hörte ich ein Stück weiter rechts von mir jemanden schreien. Da fiel auch schon der Schuß. Das Reh war völlig unbeeindruckt in dem Bruch verschwunden. Meine Freude darüber war groß. Dennoch war trotz dieses wunderbaren Erlebnisses der Jagd-Tag verdorben und die Stimmung bedrückt. Der Jagdherr hatte den voreiligen Schützen der Gesellschaft verwiesen. Das Treiben in diesem Abschnitt wurde abgebrochen. Alle Jäger zusammengerufen und erneut vergattert. Schade, daß dieses einmalige Erlebnis durch einen derartigen Abschluß getrübt wurde. Ob meine „Schöne“ wohl irgendwann doch einer Kugel erlegen ist? Ich fände dies schade, denn dieser Blick aus den wundervoll großen Augen geht mir nicht aus dem Gedächtnis. Glaubwürdigkeit hat auch mit Vertrauen zu tun...mir hat das Reh offenbar großes Vertrauen geschenkt. Von Euch, die ihr in einer Welt voller Lügen lebt, erwarte ich das nicht!