Sonnenstrahl
Das Grau des Himmels öffnet sich,
ein Sonnenstrahl zwängt durch den Spalt.
In seinem Licht Millionen Stäube-Teile tanzen
und dieser Strahl fällt auch auf mich,
als einem Teil des Teils vom Ganzen
aus dem die Schöpfung gab mir Leben und Gestalt.
Ein einziger Sonnenstrahl mit seinem Licht
erweckt so viele Wunder der Natur
dass Menschengeist es niemals kann ergründen
Selbst wenn die Neugier bereits viele Schranken bricht
so zeigen dem Verstand sich Winzigkeiten nur
den wahren Kern des Ganzen wird er darin auch nicht finden.
Samstag, 29. November 2008
Der vertriebene Nikolaus
St. Nikolaus schiffte sich ein,
was jeder sicherlich verstand,
er wollte in dem Türkenland
als Christ nicht so alleine sein.
*
Er floh ins Land, wo die Zitronen blüh´n;
hofft auf Asyl im Vatikan.
Als Bettler sah man ihn dort an,
arm musst er seiner Wege zieh´n.
*
Er zog nach Köln, zum Schrein der Weisen.
Doch was er sah, hat ihn entsetzt:
die Hohe Straße war mit Nikoläusen schon besetzt;
und wieder musst er weiter reisen.
*
Fand er denn nirgends ein Quartier?
Ja, doch, in einem Waisenhaus.
Es jubelte ein Kind: “der Nikolaus –
du bist so müd´. Komm, du bleibst hier!“
*
Ihr meint, ich habe das erfunden,
ich hätt das nur dahin geschrieben?
Wir haben den St. Nikolaus
doch längst aus unserm Herz vertrieben.
Denkt drüber nach in stillen Stunden!
St. Nikolaus schiffte sich ein,
was jeder sicherlich verstand,
er wollte in dem Türkenland
als Christ nicht so alleine sein.
*
Er floh ins Land, wo die Zitronen blüh´n;
hofft auf Asyl im Vatikan.
Als Bettler sah man ihn dort an,
arm musst er seiner Wege zieh´n.
*
Er zog nach Köln, zum Schrein der Weisen.
Doch was er sah, hat ihn entsetzt:
die Hohe Straße war mit Nikoläusen schon besetzt;
und wieder musst er weiter reisen.
*
Fand er denn nirgends ein Quartier?
Ja, doch, in einem Waisenhaus.
Es jubelte ein Kind: “der Nikolaus –
du bist so müd´. Komm, du bleibst hier!“
*
Ihr meint, ich habe das erfunden,
ich hätt das nur dahin geschrieben?
Wir haben den St. Nikolaus
doch längst aus unserm Herz vertrieben.
Denkt drüber nach in stillen Stunden!
Freitag, 28. November 2008
Verrenken beim Schenken
Ach, ich bin nicht einfühlsam
und beim Schenken furchtbar lahm,
zudem noch ideenlos.
Ungern stelle ich mich bloß,
doch fehlt mir, ich will´s gestehn,
das Gespür für das, was schön
und ein andrer gern besäße.
Freunde machen auch schon Späße.
Kann sie nicht um Hilfe bitten,
denn Geschenkideen von Dritten,
fehlt der Inhalt – ohne Herz
bleibt ein Geschenk Sylvesterscherz.
Verleitet von der inneren Stimme,
kauf ich zumeist so ganz schlimme,
praktisch fürchterliche Sachen,
kann so niemand Freude machen.
Schäme mich drüber sehr –
besorg dann wirklich auch nichts mehr.
So steh ich als Trottel da,
das passiert mir jedes Jahr.
Scham erfasst mich und auch Röte:
doch verhallen meine Nöte.
Ach, ich bin nicht einfühlsam
und beim Schenken furchtbar lahm,
zudem noch ideenlos.
Ungern stelle ich mich bloß,
doch fehlt mir, ich will´s gestehn,
das Gespür für das, was schön
und ein andrer gern besäße.
Freunde machen auch schon Späße.
Kann sie nicht um Hilfe bitten,
denn Geschenkideen von Dritten,
fehlt der Inhalt – ohne Herz
bleibt ein Geschenk Sylvesterscherz.
Verleitet von der inneren Stimme,
kauf ich zumeist so ganz schlimme,
praktisch fürchterliche Sachen,
kann so niemand Freude machen.
Schäme mich drüber sehr –
besorg dann wirklich auch nichts mehr.
So steh ich als Trottel da,
das passiert mir jedes Jahr.
Scham erfasst mich und auch Röte:
doch verhallen meine Nöte.
Mittwoch, 26. November 2008
Narr(ich)
Zuweilen sitzt auch mir der Schalk im Nacken.
Er treibt mich an zu manchem bösen Streich.
Doch hab´ ich schnell in der Gewalt mich gleich
und will ihn sofort beim Genicke packen.
*
Doch jener Schelm erzählt mir von der Narretei,
die unseren Erdball überzieht –
im Nu auch der Gedanke bei mir flieht,
den Streich nicht auszuführen – und ich bin dabei.
*
Was hab ich danach schon gelacht
und mich gefreut, dass in der Narrenschar
ich fröhlich mitgetanzt. Dass ich wie sie so war,
hab ich zu spät gemerkt und demnach nicht bedacht!
Zuweilen sitzt auch mir der Schalk im Nacken.
Er treibt mich an zu manchem bösen Streich.
Doch hab´ ich schnell in der Gewalt mich gleich
und will ihn sofort beim Genicke packen.
*
Doch jener Schelm erzählt mir von der Narretei,
die unseren Erdball überzieht –
im Nu auch der Gedanke bei mir flieht,
den Streich nicht auszuführen – und ich bin dabei.
*
Was hab ich danach schon gelacht
und mich gefreut, dass in der Narrenschar
ich fröhlich mitgetanzt. Dass ich wie sie so war,
hab ich zu spät gemerkt und demnach nicht bedacht!
Nicht änderbar
Verharschter Schnee drückt heimatlose Blätter
zu einem modrig, matschig unansehnlich Brei
und jene Farbenvielfalt, herbstlich Stimmungsretter,
auf dunklem Asphalt ruht und alle Pracht vorbei.
Am Fenster sitz ich, Trübsal in Gedanken,
seh mich das Häuflein Matsch betrachten
Ich seh´ im Wind der Bäume Nacktheit schwanken
und bin gekränkt, wie die Naturgewalten
die ein´stge Schönheit so verachten!
Es welkt und modert, stirbt dahin,
was einst Bewunderung hervorgebracht.
Egal ist es, ob ich darüber traurig bin:
nicht kümmert ´s jene tödlich und gebärend Macht!
Verharschter Schnee drückt heimatlose Blätter
zu einem modrig, matschig unansehnlich Brei
und jene Farbenvielfalt, herbstlich Stimmungsretter,
auf dunklem Asphalt ruht und alle Pracht vorbei.
Am Fenster sitz ich, Trübsal in Gedanken,
seh mich das Häuflein Matsch betrachten
Ich seh´ im Wind der Bäume Nacktheit schwanken
und bin gekränkt, wie die Naturgewalten
die ein´stge Schönheit so verachten!
Es welkt und modert, stirbt dahin,
was einst Bewunderung hervorgebracht.
Egal ist es, ob ich darüber traurig bin:
nicht kümmert ´s jene tödlich und gebärend Macht!
Dienstag, 25. November 2008
Korrekt
Korrekt bedeutet: richtig sich verhalten.
Die Korrektur im Schriftsatz steht in Nebenspalten.
Beim Ritt erfolgt die Korrektur
mit Schenkeldruck und Zügel nur.
Korrekt als eingedeutschtes Wort
lebt so in unserer Sprache fort.
Damit wär „korrekt“ und „leben“
allen Deutschen wohl gegeben.
Doch leider geht man damit fehl,
denn immer öfter schaut man scheel
auf jene, die sich nicht betragen
und somit schleicht sich Unbehagen
bei allen anderen Menschen ein,
die glauben sehr korrekt zu sein.
Doch nur zu glauben ist zu dünn:
da schmilzt manch Korrektur dahin.
Das wahre Glück kommt durch ´s Bemüh´n.
Knapp doch präzis: corrigez la fortune!
Korrekt bedeutet: richtig sich verhalten.
Die Korrektur im Schriftsatz steht in Nebenspalten.
Beim Ritt erfolgt die Korrektur
mit Schenkeldruck und Zügel nur.
Korrekt als eingedeutschtes Wort
lebt so in unserer Sprache fort.
Damit wär „korrekt“ und „leben“
allen Deutschen wohl gegeben.
Doch leider geht man damit fehl,
denn immer öfter schaut man scheel
auf jene, die sich nicht betragen
und somit schleicht sich Unbehagen
bei allen anderen Menschen ein,
die glauben sehr korrekt zu sein.
Doch nur zu glauben ist zu dünn:
da schmilzt manch Korrektur dahin.
Das wahre Glück kommt durch ´s Bemüh´n.
Knapp doch präzis: corrigez la fortune!
Montag, 24. November 2008
Einschränkung des freien Willens
Wie eigenwillig die Natur,
sieht man an unserer Hirnstruktur.
Vom Hyppocampus zum Striatum
laufen Nervenfasern rum,
wenn man deren Stärke misst,
erfährt man wie neugierig man ist.
Bindungssystem des Hirns zur Rinde,
Stirnlappen, Striatum – auch beim Kinde,
erkennt man schon zu früher Zeit
wie hoch Soziale Abhängigkeit.
Das Schlimmste uns jedoch erschreckt:
haben die Stirnlappen einen Defekt,
sind Normen, die sozial gesetzt,
von diesen Menschen schnell verletzt.
In Bonn hat man das eruiert,
was ohne freien Will´n passiert.
Die Professoren Weber / Elger:
testeten sie vielleicht sich selber?
Wie eigenwillig die Natur,
sieht man an unserer Hirnstruktur.
Vom Hyppocampus zum Striatum
laufen Nervenfasern rum,
wenn man deren Stärke misst,
erfährt man wie neugierig man ist.
Bindungssystem des Hirns zur Rinde,
Stirnlappen, Striatum – auch beim Kinde,
erkennt man schon zu früher Zeit
wie hoch Soziale Abhängigkeit.
Das Schlimmste uns jedoch erschreckt:
haben die Stirnlappen einen Defekt,
sind Normen, die sozial gesetzt,
von diesen Menschen schnell verletzt.
In Bonn hat man das eruiert,
was ohne freien Will´n passiert.
Die Professoren Weber / Elger:
testeten sie vielleicht sich selber?
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